In der kleinen Stadt Liezen hat der Priester Johann Huber eine außergewöhnliche Berufung gefunden, die ihn seit seiner Kindheit begleitet. Beschrieben als ein inneres Hören, motiviert es Huber, nah bei den Menschen zu sein, nicht über ihnen oder vor ihnen zu stehen. Seine erste prägende Begegnung hatte er mit einer fünfköpfigen Familie, die dringend jemanden suchte, der ihnen zuhört. Diese Erfahrungen haben seinen Lebensweg stark geprägt und ihn dazu gebracht, eine tiefere Verbindung zu den Menschen in Not aufzubauen.

Ursprünglich lernte Huber den Beruf des Tischlers und arbeitete mit Holz. Doch schon bald spürte er, dass er mehr tun wollte. Sein Ziel war es, den Menschen Werkzeuge fürs Leben zu geben – nicht als fertige Antworten, sondern als Hilfe zur Selbsthilfe. Im Alter von 24 Jahren besuchte er ein Karmeliterkloster, wo ihm die Priorin mit den Worten „Mit dir kann Gott noch etwas anfangen“ den entscheidenden Impuls gab. 1990 entschied er sich schließlich, Priester zu werden, und engagiert sich seither in den Pfarren Rottenmann, Oppenberg und Selzthal sowie im Seelsorgeraum Mittleres Ennstal/Paltental.

Ein Priester mit Herz für Obdachlose

Hubers Weg ist geprägt von Begegnungen mit Menschen in Not und Schwächeren. Er sieht jede Begegnung als Einladung und hat keine festen Sprechstunden. Besonders bemerkenswert ist sein Engagement für Obdachlose: Er schläft manchmal bei ihnen, um sie besser zu verstehen und ihre Lebensrealität nachzuvollziehen. Eine bewegende Begegnung hatte er mit einer schwangeren Frau, die sich aufgrund seiner Freude für ihr Kind entschied. Sein Lebensrat lautet: „Nie weiter voneinander entfernt zu sein, als die eigenen Hände reichen.“ Sein Primizspruch, “Meine Freude ist es, bei den Menschen zu sein”, spiegelt seine Hingabe wider.

Johann Huber stammt aus einer großen Familie mit 13 Kindern, was sein starkes Gefühl für Menschlichkeit, Nähe und Zusammenhalt erklärt. Sein Wirken erstreckt sich über verschiedene Lebensbereiche, einschließlich Natur, Schulen, Betriebe, Krankenhäuser und Gefängnisse. In all diesen Bereichen zeigt sich sein unermüdlicher Einsatz für die Gemeinschaft und die Menschen, die Unterstützung benötigen.

Ein historischer Widerstandskämpfer

Ein weiterer bemerkenswerter Priester in der Geschichte ist Johann Baptist Huber, geboren am 2. April 1892. Er war nicht nur ein katholischer Geistlicher, sondern auch ein engagierter Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Nach dem Besuch des humanistischen Kurfürst-Maximilian-Gymnasiums in Burghausen und dem Studium an der philosophisch-theologischen Hochschule in Passau wurde er 1921 zum Priester geweiht. Huber engagierte sich aktiv im katholischen Vereinswesen und unterstützte den DJK-Sportverband. Doch seine Konflikte mit dem NS-Regime führten zu seiner ersten Inhaftierung 1940. Nach seiner Überstellung ins Konzentrationslager Dachau starb er am 8. September 1942 an Auszehrung. Die katholische Kirche hat ihn als Glaubenszeugen in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.

Sein Kampf für die Menschlichkeit und sein Widerstand gegen die Unterdrückung erinnern an andere mutige Priester wie Bernhard Lichtenberg, der sich ebenfalls gegen das NS-Regime stellte. Lichtenberg wurde am 2. Dezember 1875 geboren und war bekannt für seinen unermüdlichen Einsatz für die Verfolgten. Er betete öffentlich für sie und wurde 1942 verhaftet, bevor er schließlich im KZ Dachau starb. Seine Geschichte, wie die von Johann Baptist Huber, ist ein kraftvolles Zeugnis für den Glauben und den Mut, sich für das Gute einzusetzen, selbst unter extremen Bedingungen.

Heute, am 18.02.2026, erinnert uns die Geschichte dieser Priester daran, wie wichtig es ist, in der heutigen Zeit Menschlichkeit und Solidarität zu leben und sich für die Schwächeren in unserer Gesellschaft einzusetzen. Die Geschichten von Huber und Lichtenberg sind eine Inspiration für viele, die sich in ihrem Umfeld für das Wohl anderer engagieren möchten.