Ein tragischer Vorfall in Rottenmann hat die Region erschüttert: Am Mittwoch, dem 10. Oktober 2025, starb ein 66-jähriger E-Bike-Fahrer nach einem Zusammenstoß mit einem Pkw. Der Unfall ereignete sich gegen 13:10 Uhr auf der Hauptstraße, als ein 40-jähriger Pkw-Lenker aus dem Bezirk Liezen beim Einparken das Unglück verursachte. Er fuhr zunächst am Parkplatz vorbei, hielt an und setzte dann rückwärts in die Parklücke. Zur selben Zeit bog der E-Bike-Fahrer aus einer Hauseinfahrt nach links in die Hauptstraße ein. Dabei kam es zum Zusammenstoß, bei dem der E-Bike-Fahrer mit seinem Vorderrad gegen das Heck des rückwärtsfahrenden Fahrzeugs prallte.
Der Schreck war groß: Der E-Bike-Fahrer stürzte und schlug mit dem Kopf auf die gepflasterte Fahrbahn. Berichten zufolge trug er keinen Helm, was in Anbetracht der schweren Kopfverletzungen, die er erlitt, alarmierend ist. Nach der Erstversorgung wurde er ins LKH Rottenmann gebracht und später mit dem Rettungshubschrauber ins LKH Graz geflogen, wo er schließlich seinen Verletzungen erlag. Der Pkw-Lenker blieb unverletzt, und ein Alkomattest ergab, dass er keinen Alkohol konsumiert hatte.
Der E-Bike-Boom und seine Schattenseiten
Der Vorfall in Rottenmann ist leider kein Einzelfall. Die E-Bike-Nutzung boomt in Österreich; im Jahr 2024 machten E-Bikes bereits 57 % aller verkauften Fahrräder aus, was das Land im europäischen Vergleich an die Spitze bringt. Doch dieses Wachstum bringt auch ernste Risiken mit sich. Laut einer aktuellen Analyse haben sich seit Beginn des E-Bike-Booms im Jahr 2019 die Verletztenzahlen mehr als verdoppelt. So mussten im vergangenen Jahr etwa 9.800 Personen nach E-Bike-Unfällen stationär behandelt werden – ein Anstieg von 10 % im Vergleich zum Vorjahr. In 59 % der tödlichen E-Bike-Unfälle trugen die Verunglückten keinen Helm, was das Risiko für schwere Schädel- und Hirnverletzungen um das Siebenfache erhöht.
Die Verkehrsdaten aus dem Jahr 2023 zeigen, dass 20 E-Bike-Fahrer ums Leben kamen, mehr als bei herkömmlichen Fahrrädern. Bei den E-Scootern lag die Helmtragequote unter den Getöteten sogar bei 90 %. Alarmierend ist zudem, dass fast 80 % der E-Bike-Unfälle Alleinunfälle sind, bei denen kein Fremdverschulden vorliegt. Die Hauptursachen liegen oft in Unachtsamkeit und Ablenkung (69 %), gefolgt von Alkohol- und Drogenkonsum sowie nicht angepasster Geschwindigkeit.
Bewusstsein schaffen und Gesetze anpassen
Die steigenden Zahlen haben auch die politischen Entscheidungsträger auf den Plan gerufen. Mobilitätsminister Peter Hanke plant strengere Gesetze für E-Mopeds, E-Scooter und E-Bikes. Geplant sind unter anderem eine Helmtragepflicht für alle Fahrer dieser Gefährte und die vollständige Ausschluss von E-Mopeds von Radwegen. Für E-Scooter und E-Bikes bleibt das Fahren auf Radwegen weiterhin erlaubt.
In einer Umfrage unter E-Bike-Fahrern gaben 65 % an, eine Helmpflicht zu befürworten, während 67 % bereits einen Helm tragen. Der zunehmende E-Bike-Verkehr zeigt, wie wichtig es ist, sowohl die Verkehrssicherheit zu verbessern als auch die Nutzer über die Risiken aufzuklären.
Die Tragödie in Rottenmann ist ein weiterer mahnender Fall, der auf die Gefahren aufmerksam macht, die mit dem E-Bike-Fahren verbunden sind. Umso wichtiger ist es, dass alle Radfahrer, insbesondere ältere Menschen, die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen treffen, um solche Unfälle in Zukunft zu vermeiden.






