Im Bezirk Liezen hat sich die Situation rund um Drogen in den vergangenen Jahren merklich verändert. Kokain, einst als Partydroge der Reichen bekannt, ist mittlerweile in verschiedenen Gesellschaftsschichten angekommen. Am Bezirksgericht wird zunehmend über dieses Thema diskutiert, was auf einen besorgniserregenden Trend hinweist. Laut einem Artikel der Kleinen Zeitung ist der Markt mit Kokain geflutet, und der Preis für ein Gramm liegt aktuell bei etwa 50 Euro. Cannabis bleibt zwar das am häufigsten konsumierte illegale Suchtmittel in Österreich, doch der Boom von Kokain ist unverkennbar. Besorgniserregend ist auch der Fakt, dass es bereits Einzelfälle von Konsumenten gibt, die erst elf Jahre alt sind, wie Martin Ecker und Ian Seemann vom Zentrum für Suchtmedizin des LKH Graz II berichten.
Ein konkreter Fall, der die Situation im Bezirk Liezen verdeutlicht, betrifft einen 23-Jährigen, der des Imports und Handels mit Suchtmitteln beschuldigt wird. Er verkaufte illegale Substanzen an etwa 40 Abnehmer im Großraum Schladming. Die Ermittlungen der Suchtgiftermittlungsgruppe des Bezirkspolizeikommandos Liezen und des Landeskriminalamts Wien deckten eine überörtlich agierende Tätergruppe auf. Der Verdächtige wurde Anfang November 2024 bei einer Suchtgiftbeschaffungsfahrt auf frischer Tat festgenommen und in die Justizanstalt Leoben überstellt. Er wird verdächtigt, über mehrere Monate hinweg rund ein Kilogramm Kokain sowie weitere illegale Substanzen verkauft zu haben, was die Drogenproblematik in der Region weiter verschärft. Nach fünf Monaten in Untersuchungshaft wurde er unter Auflagen und einem Gelöbnis entlassen, während die Ermittlungen zur Herkunft der Suchtmittel und zu weiteren Abnehmern weiterhin laufen (Mein Bezirk).
Die aktuelle Lage der Drogentoten in Österreich
Die Situation rund um Drogen ist nicht nur im Bezirk Liezen alarmierend. Im Jahr 2023 wurden in Österreich landesweit 256 Drogentote registriert, was einer drogenbezogenen Sterberate von 4,3 je 100.000 Einwohner entspricht. Die meisten Drogentoten entfallen auf Wien, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark. Dies zeigt, dass die Drogenproblematik in der gesamten Region ernstzunehmende Ausmaße angenommen hat. Österreich befindet sich im unteren Mittelfeld, was den Umgang mit illegalen Drogen betrifft. Besonders bemerkenswert ist, dass rund 3,8 Prozent der Bevölkerung im Leben bereits Kokain konsumiert haben und jüngere Generationen dies häufiger tun. Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Drogenkultur in unserer Gesellschaft zunehmend verbreitet ist.
Zusätzlich ist zu erwähnen, dass die Zahl der Personen in Substitutionsbehandlung im Jahr 2023 mit 21.116 einen Rekordwert erreicht hat. Die meisten Behandlungen entfallen auf Wien. Während die Anzahl minderjähriger Personen in Substitutionsbehandlung auf 30 sank, zeigt die Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen die höchste Prävalenz in der Substitutionstherapie. Es bleibt abzuwarten, wie die Behörden und die Gesellschaft auf diese Herausforderungen reagieren werden, um die Situation nachhaltig zu verbessern.