In Liezen schlägt ein besorgniserregendes Thema Wellen – die Schließung der Produktionsschule. Bürgermeisterin Andrea Heinrich und SPÖ-Regionalvorsitzender NAbg. Mario Lindner haben sich deutlich gegen die Entscheidung der Landesregierung ausgesprochen und warnen vor den Konsequenzen dieser Maßnahme. In ihren Augen ist die Produktionsschule eine wichtige Institution, die Jugendlichen zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten bietet, um erfolgreich in die Arbeitswelt einzutreten.
Die Produktionsschule ermöglichte es jungen Menschen, essentielle Fähigkeiten zu erlernen, darunter Pünktlichkeit, Teamarbeit und praktische Arbeitserfahrungen. Im Jahr 2024 konnte die Institution mit einer beeindruckenden Erfolgsquote von 70 % glänzen. Dies bestätigt, wie wertvoll das Angebot in der Region ist. Heinrich bezeichnet die Schließung als herben Verlust für die Stadt und fordert die Landesregierung dazu auf, ihre Entscheidung zu überdenken.
Reaktionen der Politiker
Lindner kritisiert die Schließung vehement und sieht darin ein Zeichen des Desinteresses der derzeit regierenden Parteien FPÖ und ÖVP an den Bedürfnissen junger Menschen sowie der regionalen Wirtschaft. Er hebt hervor, dass die Produktionsschule oft die einzige Chance für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen darstellt. „Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, hier wird Zukunft gestaltet“, so Lindner.
Die beiden Politiker fordern ein Umdenken von Seiten der Landesregierung und einen Erhalt der Produktionsschule. Sie machen deutlich, dass soziale Einrichtungen und die regionale Wirtschaft in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage nicht weniger, sondern vielmehr mehr Unterstützung benötigen.
Hintergrund zur Ausbildungsförderung
Die Produktionsschule in Liezen gehört zu einem größeren Netzwerk, das darauf abzielt, Jugendliche mit Schwierigkeiten beim Einstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Diese Schulen bieten praktische Tätigkeiten in diversen Bereichen wie Holzverarbeitung, Metallbearbeitung, Gastronomie und EDV an. Das Programm hat eine Dauer von etwa 6 bis 12 Monaten und wird vollständig vom Land Oberösterreich finanziert. Voraussetzung für den Zugang zur Produktionsschule ist eine Zuweisung durch die regionale Geschäftsstelle des AMS OÖ.
Der Fokus der Produktionsschule liegt darauf, die Teilnehmenden auf einen Wechsel in ein betriebliches Lehr- oder Dienstverhältnis oder den Einstieg in eine schulische Ausbildung vorzubereiten. Bei einer Schließung würden nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die regionalen Wirtschaftsakteure, die dringend auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen sind, vor ein großes Problem gestellt.
Die kritischen Stimmen von Heinrich und Lindner zeigen, dass die Schließung weitreichende Konsequenzen für junge Menschen und die lokale Wirtschaft haben könnte. Die Debatte um diese Entscheidung wird die kommenden Wochen sicherlich prägen. Es bleibt abzuwarten, ob die Landesregierung die Sorgen der Lokalpolitiker und der Bürgerschaft ernst nimmt und gegebenenfalls einen anderen Kurs einschlägt.
Für die Zukunft der Jugendlichen in Liezen wäre es wünschenswert, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen und die Förderung der nächsten Generation ernsthaft in den Fokus rücken.