In der Region Steirische Eisenstraße, die historisch stark vom Bergbau und Hüttenwesen geprägt ist, tut sich derzeit etwas ganz Besonderes. Ein neues EU-gefördertes Projekt des Vereins Steirische Eisenstraße hat das Ziel, Erinnerungen vergangener Zeiten in Form von Zeitzeugeninterviews zu bewahren. Diese Interviews werden filmisch aufgezeichnet und anschließend veröffentlicht. Die Leitung dieser spannenden Interviews hat Susanne Leitner-Böchzelt, eine Expertin für die Montangeschichte der Eisenstraße, übernommen. Sie sorgt dafür, dass die historische Fundierung und die thematische Vertiefung gewährleistet sind.
Aktuell werden sowohl Frauen als auch Männer gesucht, die bereit sind, von ihrem Arbeits- und Lebensalltag in den Jahren von 1930 bis 1970 zu berichten. Besonders im Fokus stehen dabei die Erfahrungen von Menschen, die bei der Voest oder im Bergbau tätig waren. Diese persönlichen Erzählungen sind nicht nur von historischem Wert, sie tragen auch zur lebendigen Erinnerungskultur der Region bei. Mehr Informationen zu diesem Projekt finden Sie in dem Artikel von der Kleinen Zeitung.
20 Jahre Steirische Eisenstraße
Die Steirische Eisenstraße feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen, was einen weiteren Grund zur Freude und zum Feiern darstellt. Die Jubiläumsfeier fand am 17. Mai im Innerberger Gewerkschaftshaus in Eisenerz statt, wo Landeshauptmann Mag. Franz Voves die historische Bedeutung des Erzbergs und der Eisenstraße für die Region und das Land unterstrich. Er rief zur Solidarität auf und versprach Unterstützung für die Gemeinden der Steirischen Eisenstraße im Rahmen der Initiative „Steiermark der Regionen“.
Der Obmann der Eisenstraße, Albin Zwanz, äußerte sich erfreut über den Erhalt des montanhistorischen Erbes für zukünftige Generationen. Bei der Feier sorgten die Bergmusikkapelle Eisenerz, das Mozart Streichorchester und die „Eisenstraße Big Band“ für eine musikalische Umrahmung, die das Fest zu einem unvergesslichen Erlebnis machte. Der Verein Steirische Eisenstraße, der sich aus mehreren Mitgliedsgemeinden zusammensetzt, hat in den letzten 20 Jahren zahlreiche Infrastrukturprojekte realisiert, darunter das Schaubergwerk Eisenerz und den Paradeisstollen Radmer. Diese Entwicklungen sind Teil einer umfassenden kulturellen und touristischen Etablierung der Region, die auch durch die Zusammenarbeit mit Schwesternvereinen in Ober- und Niederösterreich unterstützt wird.
Montangeschichte als Forschungsfeld
Die Montangeschichte, die sich mit der historischen Entwicklung von Bergbau und Hüttenwesen beschäftigt, findet auch in der wissenschaftlichen Forschung großes Interesse. Die Juniorprofessur für Montangeschichte an der Ruhr-Universität Bochum hat sich aktuell dem Ruhrbergbau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus wirtschafts- und unternehmenshistorischer Perspektive gewidmet. Diese Forschung ist methodisch variabel und schließt viele geschichtswissenschaftliche Teildisziplinen ein.
Das aktuelle Projekt zur Oral History des Strukturwandels im Ruhrgebiet zeigt, wie eng Forschung und Lehre verzahnt sind. Auch die Steirische Eisenstraße profitiert von derartigen Forschungsansätzen, die eine tiefere Einsicht in die regionale Geschichte ermöglichen. Die Verbindung von historischen Erzählungen mit wissenschaftlicher Forschung eröffnet neue Perspektiven auf die Bedeutung des Bergbaus in der Steiermark und darüber hinaus. Weitere Informationen zur montanhistorischen Forschung finden Sie unter Ruhr-Universität Bochum.