In Leoben, der aufstrebenden Industriestadt in der Steiermark, wird derzeit ein beeindruckendes Infrastrukturprojekt umgesetzt, welches nicht nur die lokale Wirtschaft stärken, sondern auch die Energieversorgungssicherheit in der Region nachhaltig verbessern soll. Im Rahmen des Projekts „Neue Anbindung Leoben“ hat die Austrian Power Grid (APG) einen 220/110-kV-Transformator ins Umspannwerk (UW) Leoben geliefert. Der massive Transformator bringt es auf ein Gewicht von 230 Tonnen und wurde per Bahn aus dem Siemenswerk in Weiz transportiert. Anschließend wurde er über eine Strecke von 2,5 Kilometern per Straßentransport zum UW Leoben befördert. Die logistischen Herausforderungen bei diesem Transport waren beträchtlich, insbesondere beim Umladen am Firmengelände von voestalpine AG in Donawitz, wo der Transformator auf ein PST-Fahrzeug umgeladen wurde. Die gesamte Fahrt zum UW Leoben dauerte rund eine Stunde und erforderte höchste Präzision.
APG investiert ca. 38 Millionen Euro in das UW Leoben, dessen Inbetriebnahme für Ende 2026 geplant ist. Der neue Transformator ist entscheidend für die Verbindung des Höchstspannungsnetzes der APG mit dem Verteilernetz der Energienetze Steiermark. Dadurch wird das UW Leoben in der Lage sein, regional erzeugte nachhaltige Energie in das überregionale Netz einzuspeisen. Darüber hinaus unterstützt es die Elektrifizierung der Industrie und die Umstellung auf strombasierte Stahlerzeugung.
Ein wichtiger Schritt für die Region
Das Projekt „Neue Anbindung Leoben“ geht über den Neubau des Umspannwerks hinaus und umfasst auch die Adaption des UW Hessenberg sowie den Bau von rund sieben Kilometern neuer Leitungen. Die Investition von insgesamt rund 118 Millionen Euro wird als Meilenstein für die Dekarbonisierung und die Stärkung des Industriestandorts Österreich angesehen. Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von APG, betont die Bedeutung dieses Projekts für die Elektrifizierung industrieller Prozesse und die Sicherstellung von nachhaltigem, preisgünstigem Strom in der Region.
Die Bauarbeiten für das Projekt haben im April 2024 begonnen und verlaufen planmäßig. Die geplante Fertigstellung ist für den Herbst 2026 vorgesehen. Ein Lokalaugenschein, organisiert von APG, Energie Steiermark und voestalpine AG, zeigte den Fortschritt und das Engagement der Beteiligten, darunter auch hochrangige Teilnehmer wie Martin Graf von Energie Steiermark und Gerald Deutschmann, den Landtagspräsidenten der Steiermark.
Ein Blick über die Grenzen
Diese Entwicklungen in Leoben sind Teil eines größeren Trends in der Energieversorgungssicherheit, der auch in Deutschland von zentraler Bedeutung ist. Laut dem Energiewirtschaftsgesetz in Deutschland ist die Energieversorgungssicherheit ein zentrales Ziel. Etwa 80% des Primärenergieverbrauchs in Deutschland stammen derzeit noch aus fossilen Energieträgern. Um bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen, ist ein Rückgang des Verbrauchs fossiler Energieträger und ein massiver Ausbau erneuerbarer Energien erforderlich. Die Erfahrungen und Herausforderungen, die in Leoben angegangen werden, könnten auch für ähnliche Projekte in Deutschland von Bedeutung sein.
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Politik, Behörden, Energiewirtschaft und Wissenschaft wird als Schlüssel zur Gewährleistung der Energieversorgungssicherheit angesehen. Die Entwicklung in Leoben zeigt, wie wichtig es ist, nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung zu fördern, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Denn die Herausforderungen, wie Extremwetterereignisse und geopolitische Krisen, erfordern innovative Lösungen und eine resiliente Energieinfrastruktur.
Weitere Informationen zu diesem spannenden Projekt finden Sie in den Detailberichten bei lok-report.de und gemeindebund.at.