In der Stadt Leoben steht ein bedeutendes Infrastrukturprojekt auf der Agenda: Der Neubau des Rüsthauses der Freiwilligen Feuerwehr Leoben-Stadt soll vor der Gemeinderatswahl 2025 realisiert werden. Das bestehende Gebäude in der Mühltalerstraße ist mittlerweile fast 50 Jahre alt und hat seine Lebensdauer erreicht. Die Kostenschätzungen für den Neubau belaufen sich auf etwa sieben Millionen Euro. Geplant ist der Neubau an der Nordspange zwischen Hundewiese und den ehemaligen Völklgründen, wo zudem ein Logistikzentrum vorgesehen ist. Diese Entscheidung wurde in Abstimmung mit den Verantwortlichen der Feuerwehr getroffen, da der aktuelle Standort für die Anforderungen eines modernen Rüsthauses zu klein ist.

Der Standort an der Nordspange bietet nicht nur verkehrstechnisch optimale Bedingungen, sondern auch ausreichend Platz, um moderne Ansprüche zu erfüllen. Ein Jahr nach der ersten Diskussion betont die Stadt Leoben, dass das bestehende Rüsthaus zwar weiterhin voll funktionsfähig ist und den laufenden Einsatzbetrieb gewährleistet, jedoch besteht der Anspruch, die Infrastruktur langfristig an moderne Standards anzupassen. Im Jahr 2025 wurde ein Architekt beauftragt, ein „Gesamtkonzept“ zu erstellen, um verschiedene Varianten zu vergleichen. Diese Optionen reichen von einem Neubau über eine Sanierung am bestehenden Standort bis hin zu einer Sanierung mit Zubau. Während die Sanierung des bestehenden Rüsthauses grundsätzlich möglich ist, bringt sie jedoch funktionale Nachteile mit sich.

Finanzielle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Ein Neubau könnte die Anforderungen voraussichtlich besser erfüllen, ist jedoch mit höheren Kosten verbunden. Angesichts der angespannten finanziellen Situation der Stadt Leoben sind größere Investitionen eine Herausforderung. Investitionen von etwa zehn Millionen Euro müssen sorgfältig geplant werden. Die Stadt ist zudem auf Bedarfszuweisungen des Landes angewiesen; Mittel für das Projekt wurden für 2029 in Aussicht gestellt, jedoch nicht verbindlich zugesagt. Diese unsichere finanzielle Lage wird auch durch die Erfahrungen anderer Feuerwehren in der Region ergänzt.

Ein Beispiel hierfür ist die Freiwillige Feuerwehr Kalwang, die ebenfalls ein neues Rüsthaus erhält. Für den Neubau in Kalwang, der mit einer Investition von 2,5 Millionen Euro realisiert wird, unterstützt das Land Steiermark mit 1,2 Millionen Euro aus Bedarfszuweisungen. Der Baubeginn ist für März 2026 geplant, mit einer Fertigstellung bis Ende Januar 2026. Das neue Rüsthaus an der B 113 wird nicht nur schnelle Erreichbarkeit im Einsatzfall bieten, sondern auch Raum für Schulungen, Übungen und gemeinschaftliche Veranstaltungen schaffen. Bürgermeister Mario Angerer überreichte bereits die Hausnummer Florianiplatz 1, was die Vorfreude auf das neue Gebäude unterstreicht.

Moderne Feuerwehrhäuser: Mehr als nur ein Einsatzgebäude

Die Entwicklungen in Leoben und Kalwang stehen im Einklang mit einem übergreifenden Trend in vielen Städten und Gemeinden, die Neubauten oder Modernisierungen von Feuerwehrhäusern vorantreiben. Der Fokus liegt zunehmend auf nachhaltigen, modularen und funktionalen Gebäuden, die nicht nur als Einsatzorte dienen, sondern auch als soziale Treffpunkte für Einsatzkräfte fungieren. Moderne Feuerwehrhäuser sind mit durchdachten Konzepten ausgestattet, die Stellplätze für bis zu zehn Fahrzeuge, getrennte Umkleiden für Frauen und Männer sowie hochfunktionale Werkstatt- und Lagerbereiche beinhalten.

Die Effizienz interner Logistik – vom Alarm bis zur Ausfahrt und Nachbereitung des Einsatzes – spielt eine zentrale Rolle, während Aufenthaltsbereiche mit Tageslicht und nachhaltigen Materialien ansprechende Aufenthaltsqualität bieten. Viele Kommunen setzen auf Nachhaltigkeit, indem sie Geothermie, Photovoltaik, Dachbegrünung und smarte Energiekonzepte integrieren. Ein Beispiel für innovative Planung ist das Feuerwehrhaus in Hauserdörfl, das neben der Technik auch drei barrierefreie Gemeindewohnungen bietet, was Flächeneffizienz und soziale Integration fördert. Feuerwehrhäuser sind somit nicht nur Einsatzgebäude, sondern Orte der Begegnung und kommunalen Weitsicht, die durch kluges, zukunftsorientiertes Planen auch für die Bürger echten Mehrwert schaffen können.

Für weitere Informationen zu den Planungen rund um das Rüsthaus der Freiwilligen Feuerwehr Leoben-Stadt und den Entwicklungen in Kalwang, lesen Sie die Artikel auf Kleine Zeitung und MeinBezirk.