In Leoben gibt es Neuigkeiten zum geplanten Murkraftwerk Leoben-Ost, das sich nun um zwei Jahre verzögert. Der Baubeginn ist für den Herbst 2028 angesetzt, nachdem ein Einspruch gegen den Umweltverträglichkeitsprüfungs (UVP) Bescheid beim Bundesverwaltungsgericht geprüft wird. Das Kraftwerk wird eine Leistung von 7,5 Megawatt erbringen und jährlich etwa 37 Gigawattstunden Energie produzieren, was rund 10.000 Haushalten zugutekommt. Zudem wird erwartet, dass das Projekt jährlich 70.000 Tonnen CO2 einspart. Unterstützung erhält das Vorhaben von Politik, Wirtschaft und der Bevölkerung, was die positiven Aussichten auf das Projekt unterstreicht. Geplant sind auch Erweiterungen, die einen Radweg und neue Naherholungsgebiete umfassen.

Die Turbinen des Kraftwerks sollen voraussichtlich erst im Jahr 2030 in Betrieb genommen werden, und die Investitionen von Energie Steiermark und Verbund belaufen sich auf 60 Millionen Euro. Wie beim Dialog-Nachmittag im Congress Leoben zu hören war, herrscht eine positive Stimmung unter Anrainern und Grundeigentümern, auch wenn es einige Bedenken hinsichtlich Lärm, Staub und Verkehr während der Bauphase gibt. Ein „Dialogbüro“ wird eingerichtet, um die Fragen der Anwohner aktiv zu beantworten. Die Murschotteraufbereitung erfolgt auf dem Areal der Städtischen Kläranlage, was die Transportwege zur Baustelle verkürzt.

Umweltverträglichkeit und ökologische Aspekte

Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die Gewässerökologie. Während der Umweltverträglichkeitsprüfung werden auch Maßnahmen zum Artenschutz berücksichtigt. So wird beispielsweise die Würfelnatter umgesiedelt, und es werden Aufstiegs- und Abstiegshilfen für den Fischbestand errichtet. Die geplante Stromableitung zur Voestalpine Stahl Donawitz GmbH ist mit 900 Metern deutlich kürzer als die Alternative in Graz, die 1.200 Meter beträgt. Derzeit befindet sich die Umweltverträglichkeitsprüfung in der Evaluierungsphase, und der Verhandlungstermin wird für das 2. Quartal 2024 erwartet.

Zusätzlich zu den ökologischen Herausforderungen plant man, die Pebalbrücke zu verbreitern, um mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Der Radweg nach Proleb gestaltet sich jedoch aufgrund wasserrechtlicher Vorschriften als schwierig. Ein neues Naherholungsgebiet am Murufer in der Salzlände mit Gewässerzugang ist ebenfalls in Planung.

Ein Blick auf die Wasserkraftnutzung

Die Wasserkraft spielt eine entscheidende Rolle bei der Energiewende. Laut dem Umweltbundesamt bietet sie nicht nur Potenziale zur Energieproduktion, sondern trägt auch zur Reduktion von CO2-Emissionen bei. In Deutschland und Österreich wird die Wasserkraft intensiv genutzt, um die Klimaziele zu erreichen. Das Murkraftwerk Leoben-Ost ist ein weiterer Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Energiezukunft und unterstützt damit auch die Dekarbonatisierungsstrategie der Voestalpine Stahl Donawitz GmbH.

Die Kombination aus Technologiefortschritt, umweltbewusster Planung und der Beteiligung der Bevölkerung könnte das Murkraftwerk Leoben-Ost zu einem vorbildlichen Projekt in der Region machen. Die nächsten Schritte im Bauprozess stehen bereits fest, und die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass die Herausforderungen gemeistert werden können. Ein starkes Signal für die Region und die Energiewende!