In Leoben haben rund 60 Jugendliche im Live Congress an spannenden Konzepten für eine nachhaltigere und sozialere Stadt gearbeitet. Die Veranstaltung, die unter dem Motto „Nachhaltiges Le(o)ben – Deine Vision zählt“ stattfand, brachte Schüler und Schülerinnen der HLW, HTL, Altes Gymnasium, sowie junge Menschen des Roten Kreuzes und des Jugendzentrums Spektrum zusammen. Ziel war es, über die im Vorfeld eingereichten Projektideen eines städtischen Ideenwettbewerbs zu diskutieren und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten zu entwickeln. Bürgermeister Kurt Wallner hob dabei die wichtige Rolle der Jugend in der Stadtgestaltung hervor.
Von insgesamt 17 eingereichten Ideen wurden zehn in der Werkstatt bearbeitet. Die Projekte gliedern sich in vier Themenfelder: Erstens, „Gesund & miteinander“, das sich auf die mentale und körperliche Gesundheit durch Gemeinschaft konzentriert. Zweitens, „Essen verbindet Generationen“, das kulinarische Begegnungsräume für Jung und Alt schaffen möchte. Drittens, „Ressourcen schonen und Abfall vermeiden“, mit Konzepten zur Mülltrennung und Lebensmittelwertschätzung. Und viertens, „Grünes Leoben“, das mehr Natur und Lebensqualität im urbanen Raum fördern will. Die Moderation übernahm das StadtLABOR Graz mit Barbara Hammerl und Isabella Weichselbraun.
Professionelle Methoden für innovative Ideen
Die jungen Teilnehmer wurden in der Konzeptentwicklung durch professionelle Methoden wie das Business-Canvas unterstützt, um Zielgruppen, Ressourcen und nächste Schritte zu definieren. Zudem erhielten sie wertvolle Unterstützung von Ideenpatinnen und -paten der Stadtgemeinde sowie externen Experten von GO-ON Suizidprävention, Styria vitalis und WBI Leoben. Franz Höcher von der Volksbank Steiermark stellte Fördermöglichkeiten für die nachhaltigen Vorhaben vor. Bis zum Sommer werden die Projektgruppen ihre Konzepte in Online-Coachings weiter verfeinern, bevor die finale Präsentation der Ergebnisse zum Ende des Schuljahres ansteht.
Das Engagement der Jugendlichen in Leoben spiegelt einen breiteren Trend wider. Laut einem Teilbericht des Forschungsprojekts „Jugendengagement für Nachhaltigkeit stärken durch Dialog und transformatives Lernen“ des Umweltbundesamtes zeigen aktuelle Studien, dass Umweltverschmutzung und Klimawandel große Sorgen von Jugendlichen sind. Besonders idealistische Jugendliche setzen sich aktiv für Umwelt- und Klimaschutz ein. Dabei ist es wichtig, auch die Jugendlichen zu erreichen, die sich bisher nicht aktiv mit diesen Themen auseinandergesetzt haben. Der Bericht hebt hervor, dass es notwendig ist, neue Ansprache- und Beteiligungsformate zu finden, um diese jungen Menschen für Umwelt-, Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsthemen zu sensibilisieren.
Zusammenarbeit und Sensibilisierung für die Zukunft
Das Projekt des Umweltbundesamtes zielt darauf ab, Akteure aus der offenen Jugendarbeit und Jugendverbänden zusammenzubringen, um Jugendliche für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen zu sensibilisieren und ihr Engagement zu stärken. Geplant sind verschiedene Forschungs- und Dialogformate, die die Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen erfassen. Studien zeigen, dass Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Milieus oft keine Anknüpfungspunkte zu diesen Themen haben und sich weniger beteiligen. Daher ist es entscheidend, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um diese Jugendlichen zu erreichen und einzubinden.
In Anbetracht dieser Zusammenhänge wird deutlich, dass die Projekte in Leoben nicht nur lokal von Bedeutung sind, sondern auch Teil einer größeren Bewegung, die darauf abzielt, das Engagement junger Menschen in Fragen der Nachhaltigkeit zu fördern. Das Beispiel von Leoben zeigt, wie wichtig es ist, die Stimme der Jugend in die Stadtgestaltung einzubeziehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, aktiv an der Gestaltung ihrer Umwelt mitzuwirken. Weitere Informationen zu den Projekten in Leoben finden Sie in dem Artikel auf meinbezirk.at.
Für die Zukunft ist es essenziell, dass solche Initiativen unterstützt werden, um die Jugend weiterhin für die drängenden Fragen des Klimaschutzes und der nachhaltigen Entwicklung zu sensibilisieren. Die Ergebnisse aus Leoben könnten somit auch für andere Städte und Gemeinden als Vorbild dienen, um ähnliche Projekte anzustoßen und das Engagement junger Menschen zu fördern.