In der kleinen Gemeinde St. Stefan ob Leoben hat sich ein bemerkenswerter Gravelbiker aufgemacht, seine Träume zu verwirklichen. Jürgen Kiegerll, der durch eine Leistenoperation mehr als einen Monat „außer Gefecht“ war, hat sein Training wieder aufgenommen und schmiedet ehrgeizige Pläne für die Weltmeisterschaft 2027 in Frankreich. Seit dem 1. Februar 2026 trainiert er vor allem auf der Walze, um seine Fitness zurückzugewinnen. Dabei setzt er auf moderne Technik, einschließlich virtueller Simulationen mit 3D-Avataren, um sein Training so effektiv wie möglich zu gestalten.

Kiegerll hat sich auch „ReBoots“, eine spezielle Art von Kompressionshose, zur Regeneration angeschafft, um schneller wieder auf die Beine zu kommen. Sein Ziel ist es, in acht bis neun Wochen wieder sein gewohntes Leistungsniveau zu erreichen. Am 19. Oktober 2023 plant er, sich in Leuven, Belgien, beim Flanders Legacy Gravel zu qualifizieren. Diese Veranstaltung ist Teil der UCI Gravel World Series, die weltweit an Popularität gewinnt. Kiegerll hat sich im vergangenen Jahr beim Wörthersee Gravel Race für die WM in den Niederlanden qualifiziert, aber ein Materialdefekt hinderte ihn daran, das Rennen erfolgreich zu beenden.

Gravel-Radsport im Aufschwung

Der Gravel-Radsport hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Ursprünglich vor 15-20 Jahren im US-Mittleren Westen entstanden, suchen immer mehr Fahrer nach neuen Herausforderungen abseits der traditionellen Straßenrennen. Die Gravel-Events richten sich sowohl an Elitefahrer als auch an Radtouristen und bieten Langstreckenrennen auf überwiegend unbefestigten Straßen und Wegen. Veranstalter wechseln häufig zu diesem Format, um Genehmigungen für Gran Fondos auf öffentlichen Straßen zu erhalten, und die Routen sind oft abenteuerlich und herausfordernd, meist in der Natur.

Die UCI Gravel World Series umfasst anerkannte Rennen weltweit und bietet etwa 40-50 Qualifikationsveranstaltungen, die die besten 25% der Teilnehmer in jeder Altersgruppe für die Weltmeisterschaften qualifizieren. Die Champions dieser spannenden Wettkämpfe erhalten das begehrte UCI-Regenbogen-Trikot. Kiegerlls Engagement und Trainingsmethoden spiegeln den Trend wider, den Gravel-Radsport als ernstzunehmende Disziplin zu etablieren.

Die Zukunft des Gravel-Radsports

Die UCI Gravel World Series wächst kontinuierlich. Für 2025 sind 33 Veranstaltungen weltweit geplant, die in Ländern wie Italien, Frankreich, Australien und Namibia stattfinden werden. Diese Events ziehen Tausende von Fahrern an, die sich für die UCI Gravel-Weltmeisterschaften qualifizieren möchten. Die Serie ist offen für Amateur- und Profifahrer und bietet somit eine Plattform für alle, die sich im Gravel-Radsport versuchen möchten.

Mit prominenten Fahrern wie Alejandro Valverde und der deutschen Gravel-Meisterin Carolin Schiff, die ebenfalls an diesen Veranstaltungen teilnehmen werden, zeigt sich, dass der Gravel-Sport sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene immer mehr an Bedeutung gewinnt. Kiegerll, der kürzlich in eine neue Wohnung umgezogen ist und seine Hochzeit im Mai 2023 plant, ist ein Beispiel für die Dynamik und Leidenschaft, die diesen Sport antreibt. Seine Vorbereitungen und Ziele sind nicht nur für ihn selbst von Bedeutung, sondern auch für die wachsende Gemeinschaft von Gravel-Bikern, die sich auf das Abenteuer in der Natur freuen.

Insgesamt ist der Gravel-Radsport auf einem spannenden Weg. Mit der wachsenden Anzahl an Veranstaltungen und der stetigen Zunahme von Teilnehmern wird der Sport weiterhin im Rampenlicht stehen. Für Jürgen Kiegerll und viele andere ambitionierte Fahrer bleibt die Herausforderung, sich für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren, ein erstrebenswertes Ziel, das sie antreibt und motiviert.

Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Gravel-Radsport finden Sie in den Artikeln von MeinBezirk, sowie auf der offiziellen Seite der UCI Gravel World Series und der UCI.