Am 6. Februar 2026 feierte die Leobenerin Ingrid Propst ihren 100. Geburtstag in ihrem geliebten Heimathaus am Glacis. Geboren als Schimm im Februar 1926, blickt sie auf ein bemerkenswertes Jahrhundert Stadtgeschichte in Leoben zurück. Ihre Lebensgeschichte ist geprägt von Bildung, Engagement und einer bemerkenswerten Vitalität, die sie bis ins hohe Alter bewahrt hat.

Ingrid Propst erwarb zwei akademische Abschlüsse in Rechtswissenschaften und englischer Literatur. Als promovierte Juristin und Anglistin arbeitete sie in Rechtsanwaltskanzleien in Leoben und Bruck an der Mur. Dennoch entschied sie sich bewusst, ihr Leben als Hausfrau und Mutter zu gestalten, was ihr Sohn Gerhard Propst als positive Entscheidung beschreibt. Ihr Lebenszentrum war stets das familieneigene Haus am Glacis, das sie über die Jahre hinweg mit viel Liebe und Hingabe pflegte.

Ein Leben voller Erlebnisse

Das Leben von Ingrid Propst war nicht immer einfach. Sie überstand den Zweiten Weltkrieg und musste während der Besatzungszeit ihr Haus räumen. Dennoch blieb sie optimistisch und fand Freude in den kleinen Dingen des Lebens, wie ihrem Garten, der ihr liebster Rückzugsort wurde.

Ingrid war bis ins hohe Alter sportlich aktiv und betrieb Skifahren, Langlauf, Wasserski und Windsurfen. Mit 80 Jahren war sie noch aktiv im Windsurfen und Inlineskaten, was ihre bemerkenswerte Lebensfreude und ihren unermüdlichen Geist unterstreicht. Ihr Lebensmotto war, gegenüber der Welt und den Menschen offen zu sein, und sie fand Freude daran, online Bridge mit Partnern aus der ganzen Welt zu spielen. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen und Schwierigkeiten beim Sprechen bleibt ihr Geist wach und aktiv.

Feier im Kreise der Familie

Die Feier zu ihrem 100. Geburtstag fand im Kreise ihrer Familie und ihrer langjährigen Pflegerin Daniela Stankovic statt, die sie seit 18 Jahren betreut. Diese Bindungen und die Unterstützung durch ihre Lieben sind zentrale Elemente, die zur Lebensqualität im hohen Alter beitragen.

Ingrid Propst ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wichtig Bildung, soziale Netzwerke und eine positive Einstellung für das Wohlbefinden im Alter sind. Das NRW Forschungskolleg GROW beschäftigt sich eingehend mit dem Wohlbefinden älterer Menschen und untersucht, wie verschiedene Faktoren wie körperliche Gesundheit, psychischer Zustand und soziale Beziehungen die Lebensqualität beeinflussen. Die WHO definiert Lebensqualität als die subjektive Wahrnehmung einer Person in Relation zu ihrer Kultur, ihren Werten, Zielen und Erwartungen. Die Lebensqualität ist ein vielschichtiges Konzept, das durch unsere Erfahrungen und unsere Umgebung geprägt wird.

Ingrid Propsts Leben zeigt, wie wichtig es ist, auch im Alter aktiv zu bleiben und sich kontinuierlich weiterzubilden. Ihr Geheimnis für ein langes Leben, das sie mit viel Lebensfreude und Engagement gefüllt hat, könnte für viele als Inspiration dienen. Ein langes, erfülltes Leben ist das Ergebnis von positiven Entscheidungen, sozialen Bindungen und der Bereitschaft, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.

Für weitere Informationen über das Wohlbefinden älterer Menschen und die Bedeutung der Lebensqualität im Alter, besuchen Sie das Projekt GROW.