Heute ist der 14.02.2026 und der Valentinstag sorgt für Aufregung in den Herzen vieler Menschen in Leoben und darüber hinaus. Während die Liebe an diesem Tag in den Vordergrund rückt, zeigt sich ein anderes Bild: Soziale Medien präsentieren oft unrealistische Romantik und setzen Paare einem Druck aus, der in der Realität schwer zu ertragen ist. Zeit für den Partner und Selbstpflege bleibt aufgrund von Job, Haushalt und Kindererziehung häufig auf der Strecke. Dies führt dazu, dass viele Paare mit den Herausforderungen des Alltags kämpfen müssen.
Isolde Troll, eine erfahrene Heilpädagogin, hebt die Bedeutung von Seelenverwandtschaft in Beziehungen hervor, auch wenn diese nicht bewiesen werden kann. Paare sollten gemeinsam in dieselbe Richtung blicken, was jedoch nicht gleichbedeutend mit dauerhafter Harmonie ist. Ihr Kollege, der Psychotherapeut Lukas Ofner-Ressler, vergleicht Beziehungen mit Gezeiten: Rückzug und Reibung sind notwendig für eine gesunde Partnerschaft. Streit wird als aktive Auseinandersetzung betrachtet und ist Teil einer gesunden Streitkultur.
Der Einfluss sozialer Medien auf Beziehungen
Eine aktuelle Studie von Philipp Armin Krämer, die in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Rhein Neckar und der Universität Trier durchgeführt wurde, untersucht die Auswirkungen sozialer Medien auf romantische Beziehungen. Diese Studie zeigt sowohl positive als auch negative Effekte auf, die bemerkenswert sind. Fast die Hälfte der Befragten (47%) gibt an, dass soziale Medien ihre Partnerschaft unterstützen. Besonders Paare in Fernbeziehungen empfinden regelmäßige Interaktionen auf Plattformen wie Instagram und WhatsApp als vorteilhaft. Zudem finden 73% der Befragten Inspiration für gemeinsame Aktivitäten in sozialen Medien.
Allerdings gibt es auch Schattenseiten: Soziale Medien können Unsicherheiten und Eifersucht in Beziehungen hervorrufen. 36% der Befragten berichten, dass Eifersucht durch soziale Medien häufiger zur Sprache kommt. Über ein Drittel der Teilnehmer hat ohne Wissen des Partners dessen Social-Media-Aktivitäten kontrolliert. 35% fühlen sich durch idealisierte Darstellungen anderer Paare unter Druck gesetzt.
Die Rolle von Authentizität und Verletzlichkeit
In einer Zeit, in der Authentizität als wichtiger erachtet wird als Perfektion, ist es entscheidend, Verletzlichkeit und Vertrauen in Beziehungen zuzulassen. Beide Experten, Troll und Ofner-Ressler, lehnen die Vorstellung ab, dass Männer und Frauen grundverschieden sind; vielmehr ist das Verhalten erziehungsabhängig. Rollenbilder aus dem Elternhaus prägen den Umgang mit Gefühlen, und ungeklärte Konflikte aus der Kindheit können in Paarbeziehungen wieder auftauchen.
Die Studie zeigt auch, dass 63% der Befragten ihren Social-Media-Konsum so steuern, dass er die gemeinsame Zeit nicht beeinträchtigt. Dennoch berichten viele von Spannungen, wenn ein Partner zu viel Zeit online verbringt. Es ist offensichtlich, dass soziale Medien die Dynamik in Partnerschaften beeinflussen, indem sie sowohl Nähe als auch Abstand schaffen können. Ein bewusstes Management der sozialen Medien ist daher wichtig, um positive Effekte zu maximieren und Konflikte zu minimieren.
Digitale Beziehungen und ihre Herausforderungen
Die Sozialpsychologin Johanna Lisa Degen von der Uni Flensburg erforscht digitale Beziehungen und verwendet den Begriff „Parasozialität“. Diese umfasst einseitige Beziehungen zwischen Fans und Stars sowie zwischenmenschliche Beziehungen über Messenger-Dienste und Dating-Apps. Digitale Beziehungen beeinflussen reale Beziehungen, wobei fast die Hälfte aller Beziehungen der letzten fünf Jahre über digitale Plattformen gebildet wurden.
Die Nutzung sozialer Medien zur Beziehungsbildung bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Während viele Menschen Entspannung über Social Media suchen, da diese Plattformen vorhersagbare Inhalte bieten, konkurrieren digitale Beziehungen zunehmend um Zeit und Emotionen mit realen Beziehungen. Es besteht die Tendenz, dass Erwartungen an reale Beziehungen denen an digitale Beziehungen angeglichen werden, was neue Dynamiken und Konflikte schaffen kann.
Insgesamt zeigt sich, dass Beziehungen im digitalen Zeitalter eine ambivalente Rolle spielen. Es gilt, das Gleichgewicht zwischen den Vorteilen und Nachteilen sozialer Medien zu finden, um eine gesunde und erfüllende Partnerschaft zu fördern. Für Paare ist es wichtig, offen über ihre Bedürfnisse und Erwartungen zu kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden und die Liebe im Alltag gelingen zu lassen.
Für weitere Informationen über die Herausforderungen und Chancen von Paarbeziehungen in der heutigen Zeit, lesen Sie gerne die vollständigen Artikel in den Quellen: MeinBezirk, Celler Presse, und Tagesschau.