Am 25. März 2026 wird das Kulturquartier Leoben zum Schauplatz eines besonderen Theaterereignisses: Der Verein Steirische Eisenstraße präsentiert das dokumentarische Theaterstück „Die Einzige im Raum“. Dieses Stück basiert auf Interviews mit zehn Frauen aus der regionalen Industrie, die in mittleren oder leitenden Positionen tätig sind. Regisseurin Sigrid Sattler hat es sich zur Aufgabe gemacht, weibliche Arbeitswelten lebendig darzustellen, jenseits von statischen Berichten. Die Projektidee stammt von Gunilla Plank, der Koordinatorin des Iron Women Netzwerks.

Im Rahmen des Projekts wurden Frauen im Alter von 26 bis 63 Jahren interviewt, die in einem stark männlich dominierten beruflichen Umfeld arbeiten. Das Stück beleuchtet die Herausforderungen, mit denen diese Frauen konfrontiert sind, und bietet einen Dialog über persönliche Erfahrungen und Veränderungen in der Arbeitswelt. Die Schauspielerinnen Julia Hofer, Doris Stütz und Rosamunde Bogensberger werden das Publikum auf eine Reise durch diese Geschichten mitnehmen. Der Eintritt zur Premiere ist als freiwillige Spende vorgesehen, und es sind im Rahmen des Frauenmonats März weitere Impuls- und Netzwerkveranstaltungen geplant.

Ein Projekt mit gesellschaftlichem Hintergrund

„Die Einzige im Raum“ ist nicht nur ein künstlerisches Vorhaben, sondern auch Teil des EU-Projekts „Women in Industrial Regions“ (WIN). Der Verein Steirische Eisenstraße verfolgt mit diesem Projekt das Ziel, eine Rollenveränderung für Frauen in der männerdominierten Region zu fördern. Durch die Aufführung werden nicht nur die individuellen Geschichten der interviewten Frauen erzählt, sondern auch ein gesellschaftlicher Diskurs angestoßen. Es gilt, Impulse für zukünftige Generationen zu setzen und die Sichtbarkeit von Frauen in der Arbeitswelt zu erhöhen.

Die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern auf dem Arbeitsmarkt ist ein weitreichendes Thema. Trotz der Fortschritte in den letzten Jahren bleibt die Gleichstellung der Geschlechter unerreicht, vor allem in Spitzenpositionen. In Deutschland arbeiten 75% der Beschäftigten in Unternehmen ohne Frauen in der obersten Führungsebene. Dies macht deutlich, wie wichtig Initiativen wie das Theaterstück „Die Einzige im Raum“ sind, um diesen Missständen entgegenzuwirken und Bewusstsein zu schaffen.

Gesellschaftliche Veränderungen anstoßen

Das Theaterstück thematisiert die Herausforderungen, die Frauen in männerdominierten Berufen begegnen. Es ist ein Aufruf zur Reflexion über die bestehenden Geschlechterverhältnisse und darüber, wie sich diese verändern lassen. Der Frauenanteil in Führungspositionen bleibt trotz gesetzlicher Vorgaben wie dem Führungspositionengesetz I (FüPoG I) und II (FüPoG II) weiterhin niedrig. Das FüPoG I verlangt beispielsweise einen Frauenanteil von 30% in Aufsichtsräten, doch die Realität sieht oft anders aus: In den 160 börsennotierten Unternehmen liegt der Frauenanteil in Vorständen bei lediglich 19,7%.

Das Engagement von Initiativen wie dem Iron Women Netzwerk und die Aufführung von „Die Einzige im Raum“ sind daher von großer Bedeutung. Diese Projekte tragen dazu bei, den gesellschaftlichen Diskurs über Geschlechtergerechtigkeit zu fördern und neue Perspektiven zu eröffnen. Die Frauen, die ihre Geschichten erzählen, repräsentieren nicht nur sich selbst, sondern auch viele andere, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Es ist an der Zeit, die Strukturen zu hinterfragen und einen Kulturwandel in Unternehmen voranzutreiben, um eine natürliche Diversität zu ermöglichen.

Weitere Informationen zu diesem spannenden Projekt finden Sie in den Artikeln von MeinBezirk und Rundschau Medien.