Im Bezirk Leoben haben sich in letzter Zeit vermehrt Bibersichtungen häuft, was die Aufmerksamkeit der Anwohner und Naturliebhaber auf sich zieht. Zahlreiche Spuren dieser faszinierenden Tiere sind entlang der Gewässer zu finden. Besonders bemerkenswert ist eine Biberfamilie, die sich im Stadtzentrum von Leoben niedergelassen hat und dort mit ihren Jungtieren beobachtet werden kann. Diese Anwesenheit wird von Experten als positiv für die Biodiversität angesehen, da die Biber durch ihre Aktivitäten neue Lebensräume schaffen. Trotz mancher Bedenken bezüglich möglicher Schäden sind die Meldungen über diese Vorfälle bisher überschaubar (Quelle).

Die Biber sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv und hinterlassen ihre Spuren vor allem durch Baumfällungen. Diese Aktivitäten sind nicht nur ein Zeichen ihrer Präsenz, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Gestaltung ihrer Umgebung. In den letzten Jahren haben sich die Biber von Eisenerz über Leoben bis zum Silbersee in Niklasdorf ausgebreitet und zeigen damit, wie gut sie sich an verschiedene Lebensräume anpassen können.

Die ökologische Rolle des Bibers

Der Biber (Castor fiber), das größte Nagetier Europas, spielt eine entscheidende Rolle in seinen Lebensräumen. Er gestaltet aktiv die Naturlandschaften, indem er Dämme baut, was nicht nur die Wasserstände erhöht, sondern auch neue Lebensräume für viele andere Arten schafft. Die Schaffung von Teichen und Feuchtgebieten durch Biber ist von großer Bedeutung für die Biodiversität, da beispielsweise Amphibien, Vögel und Fische von diesen neuen Lebensräumen profitieren (Quelle).

Um die Biberpopulation und ihr Habitat zu schützen und zu erhalten, ist es entscheidend, ihre Lebensräume zu bewahren. Initiativen wie der Erwerb von Flächen, die entweder sich selbst überlassen oder extensiv genutzt werden, tragen zur Erhaltung dieser wichtigen Ökosysteme bei. Auwaldbäume wie Weide oder Erle, die vom Biber gefällt werden, treiben im darauffolgenden Jahr neu aus ihren Baumstümpfen aus und fördern somit das Wachstum der Vegetation (Quelle).

Konflikte und Lösungen

Trotz der positiven ökologischen Effekte, die der Biber mit sich bringt, können Konflikte mit den Menschen auftreten. Diese Konflikte können jedoch durch verschiedene Schutzmaßnahmen gemildert werden, wie beispielsweise durch die Regulierung von Dämmen und den Schutz von Bäumen. Das Einrichten von ungenutzten Uferrandstreifen von 20 bis 50 Metern Breite bietet langfristigen Schutz für die Biber und die Gewässer, in denen sie leben. In der heutigen Zeit, wo ökologische Herausforderungen immer drängender werden, sind Biber ein Teil der Lösung, die auch die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie und der Wiederherstellungsverordnung der EU unterstützen (Quelle).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Biber in Leoben nicht nur ein spannendes Naturschauspiel bieten, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten. Ihr Einfluss auf die Umwelt und die Schaffung neuer Lebensräume sind von großer Bedeutung, und es liegt in unserer Verantwortung, diese Tiere und ihre Lebensräume zu schützen und zu fördern.