Heute ist der 18.02.2026 und in Leibnitz stehen große Veränderungen für die Polizei an. Ein neues Dienstzeitmodell geht demnächst in den Testbetrieb und fünf Bezirke, darunter auch Leibnitz, wurden dafür ausgewählt. Das Innenministerium hat bereits einen entsprechenden Erlass an die Personalvertretung übermittelt. Neben Leibnitz sind die Stadtpolizeikommanden Linz und Wien-Brigittenau sowie die Bezirkspolizeikommanden Bregenz und Gänserndorf Teil dieses Pilotprojekts. Der Start des Testbetriebs ist für das Frühjahr 2026 geplant, ein genauer Termin steht jedoch noch nicht fest. Polizeigewerkschafter äußern bereits Bedenken und befürchten finanzielle Einbußen von mindestens 500 Euro monatlich [Kleine Zeitung].

Das neue Dienstzeitmanagement soll das System für alle Polizistinnen und Polizisten vereinheitlichen und Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen abbauen. Ein zentrales Ziel ist es, den Beamten mehr Mitbestimmung bei der Erstellung ihres Dienstplans zu ermöglichen. Geplant sind kürzere Dienstschichten, ein Überstundenpool und die Einführung von mehr Freizeit. Die traditionellen 24-Stunden-Dienste sollen wegfallen, was bei vielen Beamten auf Skepsis stößt. Es wird erwartet, dass es Polizistinnen und Polizisten geben wird, die mehr verdienen und solche, die weniger verdienen, aber dafür mehr Freizeit haben [Vienna.at].

Flexibilität und Gesundheit im Fokus

Mit dem neuen Dienstzeitenmanagement plant die Polizei, maximal 13 Stunden Dienstzeit am Stück zu ermöglichen. Dies soll das System flexibler und familienfreundlicher gestalten. Ab 2027 ist eine schrittweise bundesweite Einführung des neuen Systems vorgesehen. Bei einer Mitarbeiterbefragung in 2022/2023 zeigten sich viele Beamte unzufrieden mit den bestehenden Arbeitsbedingungen, die als veraltet gelten. Insbesondere wurden der fehlende Einfluss auf die Dienstplangestaltung, ein starres System und gesundheitliche Belastungen kritisiert [Nachrichten.at].

Die Personalvertretung ist in den Prozess integriert, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Beamten berücksichtigt werden. Ein Überstundenpool wird eingerichtet, für den sich Bedienstete freiwillig melden können. Zudem wird eine App zur Dienstplanung entwickelt, die eine Tauschbörse für Dienste beinhaltet. Diese Neuerungen zielen darauf ab, die Regenerationszeiten der Polizisten zu verbessern und deren Arbeitsbedingungen zu optimieren.

Ein Schritt in die Zukunft

Die Reform des Dienstzeitmodells kommt in einer Zeit, in der sich die Sicherheitslage und die Kriminalität, insbesondere im Bereich Cybercrime, verändern. Das aktuelle System ist seit 50 Jahren im Einsatz und gilt als nicht mehr zeitgemäß. Die Polizei hofft, mit dem neuen Modell nicht nur die Arbeitsbedingungen zu verbessern, sondern auch die Effizienz der Sicherheitskräfte zu steigern.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie das neue Dienstzeitmodell in der Praxis funktioniert und ob die Bedenken der Personalvertretung berechtigt sind. Die Polizei in Leibnitz und den anderen Testbezirken steht somit vor einer spannenden Zeit, in der sich viel verändern könnte.