In der malerischen Region der Südsteiermark hat die Domaines Kilger GmbH & Co KG, bekannt für ihre hochwertigen Lebensmittel, insbesondere Wein und Spirituosen, eine kritische Phase erreicht. Am 23. Februar 2026 wurde das Konkursverfahren über das Unternehmen eröffnet, wie der Alpenländische Kreditorenverband informiert. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens wurde von Gläubigern gestellt, und das Verfahren findet vor dem Landesgericht für ZRS Graz statt. Diese Nachricht kommt nicht unerwartet, da die finanziellen Schwierigkeiten der Domaines Kilger bereits seit einiger Zeit bekannt sind.

Das Unternehmen, mit Sitz in 8462 Gamlitz, Eckberger Weinstraße 32, hat in den letzten Jahren Millionenverluste erlitten. Hans Kilger, der Unternehmer hinter Domaines Kilger, hat zahlreiche Beteiligungen in der Region, darunter Weingüter und Gasthäuser, und zeigt sich überrascht von der Entwicklung. Er plant, den Betrieb zu retten und zu sanieren, wobei die finanzielle Lage des Unternehmens mit einem negativen Eigenkapital von 18,5 Millionen Euro jedoch kritisch bleibt. Sollte die Sanierung scheitern, könnte das Unternehmen sogar „filetiert“ werden.

Hintergründe der Insolvenz

Die Probleme der Domaines Kilger GmbH & Co KG sind nicht aus dem Nichts entstanden. Im Februar 2022 wurde bereits über die Grazer Steirerwein Produktion & Handel OG Insolvenz angemeldet. Diese Insolvenz wurde notwendig, weil die Domaines Kilger ihren Verpflichtungen aus einem 2018 abgeschlossenen Kooperationsvertrag nicht nachgekommen sei. Hans Kilger widerspricht jedoch diesen Vorwürfen und betont, dass in Millionenhöhe in die gemeinsamen Geschäftsaktivitäten investiert wurde.

Gegründet wurde die Domaines Kilger im Jahr 2015 in Fötschach (Leutschach an der Weinstraße). Die unternehmerischen Ambitionen von Kilger erstrecken sich über verschiedene Betriebe, einschließlich des Kitzecker Traditionsbuschenschank Warga-Hack und der Edel-Herberge Jaglhof in Sernau sowie der Kaminstub’n in Deutschlandsberg. Doch die aktuelle Situation wirft einen Schatten auf diese vielversprechenden Initiativen.

Ein Blick auf die Weinbranche

Die Insolvenz von Domaines Kilger ist Teil eines größeren Problems in der Weinbranche, die unter Druck steht. Der Deutsche Weinbauverband (DWV) fordert umfassende Maßnahmen zur Unterstützung der Weinproduzenten, darunter die Einführung einer Rotationsbrache als geförderte Biodiversitätsmaßnahme. Der DWV betont, dass eine derartige Maßnahme das Marktpotenzial reduzieren könnte, wenn sie nicht ausreichend honoriert wird. Eine Vollfinanzierung, die auch die Fixkosten berücksichtigt, ist notwendig, um die Betriebe zu entlasten.

Zurzeit hat der Bund jedoch nicht auf diese Forderungen reagiert, was die Unsicherheit in der Branche zusätzlich verstärkt. Die Politiker sind gefordert, Maßnahmen zur Kostensenkung für Betriebe zu ergreifen, während gleichzeitig die Absatzförderung für Wein intensiviert werden muss. Die VITÆVINO-Kampagne, die von europäischen Dachverbänden ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des Weins in Europa zu verteidigen.

Die Situation von Domaines Kilger ist ein klarer Weckruf für die gesamte Branche. Umso wichtiger ist es, dass die Weinbauern und die Politik zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden und die Weinkultur zu fördern. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Initiativen finden Sie unter deutscher-weinbauverband.de.