In Österreich ist seit Anfang November 2025 die Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) für Menschen ab 60 Jahren sowie für Risikogruppen kostenlos. Dies ist eine wichtige Maßnahme, um die Gesundheit älterer Menschen in der Region zu schützen. Der Impfstoff, der aus zwei Teilimpfungen besteht und normalerweise etwa 500 Euro kosten würde, ist jedoch derzeit nur begrenzt verfügbar. Ein Landarzt aus der Südsteiermark berichtet, dass lediglich 30 Dosen bestellt werden konnten, was nur für 15 Patienten ausreichend ist, da jede Impfung in zwei Teilimpfungen erfolgt. Es bleibt unklar, wann mehr Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Im Gegensatz dazu sind die Impfstoffe gegen Influenza und Pneumokokken ausreichend vorhanden und stehen ebenfalls kostenlos für Risikogruppen und Menschen ab 60 Jahren zur Verfügung. Laut dem Österreichischen Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) hat Österreich mit 84 Prozent die niedrigste Durchimpfungsrate in der EU, was besorgniserregend ist, da impfbare Krankheiten wie Keuchhusten, Masern und Influenza wieder zunehmen.
Die Häufigkeit von Gürtelrose steigt mit dem Alter, wobei 50 Prozent der Fälle bei Personen über 50 Jahren auftreten. In der Steiermark gibt es jährlich mehrere Tausend Gürtelrose-Erkrankungen, und viele Betroffene müssen im Krankenhaus behandelt werden – im Durchschnitt über eine Woche. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem das Virus schlechter kontrollieren kann. Chronische Erkrankungen und Stress tragen zusätzlich zur Schwächung des Immunsystems bei. Personen, die sich für eine Impfung anmelden, sollten ihren Impfpass und die E-Card mitbringen.
Die Empfehlungen der STIKO
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Gürtelrose-Impfung mit Totimpfstoff für alle Personen ab 60 Jahren sowie für Personen ab 18 Jahren mit geschwächtem Immunsystem oder schweren Grunderkrankungen wie COPD, Asthma oder Diabetes mellitus. Die Impfung erfolgt in der Regel zweimal, im Abstand von mindestens zwei und maximal sechs Monaten. Die Wirksamkeit der Impfung ist bemerkenswert: Sie bietet einen Schutz von 92 Prozent vor Herpes zoster ab 50 Jahren und einen Schutz von 82 Prozent vor postherpetischer Neuralgie. Für über 70-Jährige liegt der Schutz bei etwa 90 Prozent. Der Impfzeitpunkt sollte jedoch unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, insbesondere bei immunsuppressiven Therapien.
Es ist wichtig zu beachten, dass Personen mit einer früheren Herpes-zoster-Erkrankung ebenfalls geimpft werden können. Bei einer akuten Herpes-zoster-Erkrankung sollte die Impfung jedoch verschoben werden, wobei ein Abstand von sechs bis zwölf Monaten empfohlen wird. Zu den Kontraindikationen gehören Unverträglichkeiten gegenüber Impfstoff-Inhaltsstoffen, allergische Reaktionen auf die erste Impfstoffdosis sowie akute, schwere Erkrankungen mit Fieber. Häufige Nebenwirkungen umfassen Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle sowie allgemeine Symptome wie Kopfschmerzen und Müdigkeit, die in der Regel nach ein bis zwei Tagen abklingen.
Impfquote und Herausforderungen
Trotz der Empfehlungen ist die Impfquote gegen Gürtelrose in Deutschland alarmierend niedrig. Nur jeder fünfte Deutsche über 60 ist vollständig geimpft. In der Altersgruppe der über 80-Jährigen hat sich sogar nur knapp jeder Sechste impfen lassen. Die Stiko empfiehlt die Gürtelrose-Impfung seit 2018, jedoch ist die Nutzung dieser wichtigen Schutzmaßnahme zu selten. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass Hausärzte die Impfung nicht aktiv anbieten, was zu großen Unterschieden in der Impfbereitschaft zwischen einzelnen Arztpraxen führt.
Gürtelrose, medizinisch als Herpes zoster bekannt, wird durch dasselbe Virus wie Windpocken ausgelöst. Nach einer Windpockeninfektion trägt man die Erreger ein Leben lang im Körper, und eine Gürtelrose kann auftreten, wenn das Immunsystem im Alter schwächer wird. Typische Symptome sind ein schmerzhafter Hautausschlag und langanhaltende Nervenschmerzen. Daher ist es umso wichtiger, die Impfangebote zu nutzen, um das Erkrankungsrisiko erheblich zu verringern.
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