Heute ist der 2.03.2026 und in Leibnitz wird es spannend: Das Innenministerium plant ab Frühjahr 2026 große Dienstzeiten-Reformen für die Polizei. In fünf ausgewählten Bezirken, darunter auch Leibnitz, werden neue Dienstzeitmodelle getestet, um die Arbeitsbedingungen für die fast 40.000 Bediensteten zu verbessern. Das Ziel ist eine deutliche Reduktion der Überstunden um 20% im Jahr 2024, nachdem im Jahr 2024 rekordverdächtige 7,3 Millionen Überstunden angefallen sind, die die Staatskasse mit 417 Millionen Euro belasteten. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) stellt klar, dass der Spardruck nicht im Vordergrund steht, obwohl Einsparungen in anderen Bereichen wie Verwaltung und Dienstreisen vorgesehen sind.

Die Polizei hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Veränderungen erlebt. Die Gendarmerie, ursprünglich 1918 in einen zivilen Wachkörper umgewandelt, hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Ihr Zentralkommando wurde 1945 gegründet, und die Gendarmerie übernahm zwischen 1946 und 1955 auch Aufgaben außerhalb ihrer ursprünglichen Kompetenz, wie die Grenzsicherung. Nach der Vollmotorisierung bis 1964 und einer Dienstsystemanpassung 1993 feierte die Gendarmerie 1999 ihren 150. Geburtstag. Am 1. Juli 2005 wurde sie schließlich in die Bundespolizei integriert, die Sicherheitswache, Bundesgendarmerie und Kriminaldienst zusammenführte.

Die Perspektive eines erfahrenen Polizisten

Ein Blick in die Vergangenheit gewährt uns Polizist Alois Trummer, der 1983 seinen Dienst begann und 2024 in den Ruhestand geht. Er berichtet von den signifikanten Veränderungen in den Aufgaben und Aufnahmekriterien der Polizei über die Jahre. In den 90er Jahren waren Frauen in der Polizei noch eine Seltenheit, heute sind sie unverzichtbar. Trummer hebt die positive Wirkung der erhaltenen Polizeidienststelle in Wolfsberg auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung hervor, besonders vor dem Hintergrund, dass 2014 Innenministerin Johanna Mikl-Leitner die Schließung von über 120 Polizeidienststellen ankündigte, was zu großen Protesten führte.

Ein notwendiger Schritt in die Zukunft

Die geplante Dienstzeitenreform wird als „letzter Baustein“ angesehen, 20 Jahre nach der Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie. Obwohl die Details zur Reform noch nicht bekannt sind, wird die Ausarbeitung 2023 erfolgen, gefolgt von einem Probebetrieb ab 2026. Der Anstieg des Budgets des Innenministeriums, von 4,011 auf 4,155 Milliarden Euro im Jahr 2025, zeigt, dass der Personalaufwand, der bereits 75% des Budgets ausmacht, weiterhin steigen wird. Dennoch gibt es auch Einsparungen, wie die Streichung von Anwerbe-Prämien und Gratisklimatickets für Polizeischüler.

Zusätzlich ist die Entwicklung der Migrationssituation nicht zu ignorieren. Der Rückgang der illegalen Migration hat zu Einsparungen von 100 Millionen Euro geführt, während die Zahl der Menschen in Grundversorgung von 92.000 auf 62.400 gesenkt wurde. Diese Veränderungen sind von großer Bedeutung, da sie sich direkt auf die Ressourcen und die Aufgaben der Polizei auswirken.

Für weitere Informationen zur aktuellen Lage und den bevorstehenden Reformen in der Polizei können Sie einen Blick auf die Berichterstattung des ORF werfen. Die kommenden Jahre versprechen viele Veränderungen, die die Struktur und die Aufgaben der Polizei in Österreich neu gestalten werden.