In Kapfenberg wird gerade ein umfassendes Verkehrskonzept umgesetzt, das für die Region von großer Bedeutung ist. Der Rückbau der alten Parschlugerbrücke, die stolze 67 Jahre alt und knapp 100 Meter lang war, ist der erste Schritt in diesem Projekt. In die Zusammenlegung der B 116 (Leobener Straße) und der L 138 (Parschlugstraße) fließen rund 16,6 Millionen Euro, eine Investition, die nicht nur den Verkehr entlasten, sondern auch zur Senkung von Lärm und Abgasen beitragen soll. Die Verkehrslandesrätin Claudia Holzer hat die Verkehrsfreigabe bis spätestens März 2027 in Aussicht gestellt. Aktuell wird ein 1,2 Kilometer langer Abschnitt der alten Trasse zurückgebaut, um die neue Streckenführung über die bereits zusammengelegte Trasse der B 116 Neu zu leiten.

Die alte Bundesstraße zwischen Schirmitzbühelstraße und L 138 bleibt vorerst gesperrt. Im April 2026 wird zudem die Deuchendorferbrücke abgetragen. An ihrer Stelle wird ein moderner Kreisverkehr in Deuchendorf errichtet, während der bestehende Kreisverkehr in Hafendorf saniert wird. Neue Lärmschutzwände und eine Geh- und Radwegbrücke werden ebenfalls Teil des Projekts sein. Durch diese Maßnahmen wird die Versorgungssicherheit der Region durch den Ausbau von Fernwärme-, Strom- und Wasserleitungen zusätzlich gestärkt. Restarbeiten am Parschlugerbach sollen sicherstellen, dass die neuen Verkehrsknoten harmonisch in das Landschaftsbild integriert werden.

Fortschritt und Ausblick

Die Abtragung der Parschlugerbrücke ist bereits abgeschlossen, und die Arbeiten konzentrieren sich nun auf den Rückbau eines weiteren Abschnitts der alten B 116 sowie die notwendigen Aufräumarbeiten. Das Gesamtbudget von 16,6 Millionen Euro bleibt dabei unverändert. Die aktuelle Bauphase wird voraussichtlich bis September 2026 andauern. Der Verkehr wird währenddessen über die Leobener Straße und die Parschlugstraße sowie die neue B 116 geleitet. Die alte B 116 bleibt zwischen L 138 (km 3,798) und Schirmitzbühelstraße (km 2,032) gesperrt, um die Arbeiten nicht zu behindern.

In der nächsten Phase wird die Deuchendorferbrücke abgetragen, was weitere Veränderungen für den Verkehr mit sich bringt. Die Fertigstellung des neuen Kreisverkehrs in Deuchendorf und die Sanierung des bestehenden Kreisverkehrs in Hafendorf sind ebenfalls Teil der Planungen. Die Bauarbeiten für die Geh- und Radwegbrücke sowie die Lärmschutzwände sind bereits in vollem Gange und tragen zur Verbesserung der Lebensqualität in der Region bei.

Nachhaltige Stadtentwicklung im Fokus

Die Maßnahmen in Kapfenberg stehen im Kontext einer breiteren Initiative, die von der Bundesregierung 2002 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, die Flächenneuinanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren und die Kommunen zur flächensparenden Innenentwicklung zu verpflichten. Besonders in städtischen Gebieten wird die Bedeutung einer nachhaltigen Stadtentwicklung immer deutlicher. Ein konsistentes Leitbild ist notwendig, um die Herausforderungen der Urbanisierung zu bewältigen und gleichzeitig die Umweltqualität zu sichern. Faktoren wie die Zunahme von Single-Haushalten, demografischer Wandel und internationale Zuwanderung beeinflussen diese Entwicklung maßgeblich.

Die aktuellen Projekte in Kapfenberg sind daher nicht nur ein Schritt zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, sondern auch ein Beitrag zur Schaffung attraktiver Quartiere. Durch die Reduzierung des Flächenverbrauchs und die Minimierung von Emissionen wird ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung geleistet. Die Ergebnisse dieser Bestrebungen werden in einem Abschlussbericht und einem Positionspapier zusammengefasst und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Für weitere Informationen zu diesem Infrastrukturprojekt und den damit verbundenen Entwicklungen in Kapfenberg können Sie die detaillierten Berichte unter Tips sowie Steiermark News einsehen.