Die Mariazeller Straße (B20) zwischen Kapfenberg und Thörl ist seit dem 4. März 2026 wieder teilweise für den Verkehr freigegeben. Der Abschnitt kann nun einspurig mit Ampelregelung befahren werden. Diese Wiedereröffnung folgt auf einen dramatischen Felssturz im Thörlgraben am 23. Februar, der einen Großeinsatz mehrerer Feuerwehren zur Folge hatte. Die Verkehrsverbindung war nach dem Vorfall mehrere Tage komplett gesperrt, und die Pendler mussten großräumige Umleitungen in Kauf nehmen.
Um den Hang zu stabilisieren, wurden umfangreiche Sicherungsarbeiten durchgeführt. Dazu gehörte das Entfernen oder kontrollierte Sprengen loser Felsblöcke sowie die Beseitigung umgestürzter Bäume und Wurzelstöcke. Zusätzlich wurden Sicherungsnetze mit einer Höhe von rund drei Metern entlang des Hanges angebracht, teilweise per Hubschrauber eingeflogen. Auf einer Länge von etwa 140 Metern wurden auch Betonleitwände errichtet, um die Fahrbahn zu sichern. Diese Maßnahmen waren notwendig, um die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten und eine dauerhafte Lösung zu finden.
Geologische Untersuchungen und zukünftige Maßnahmen
Eine geologisch-geotechnische Detailkartierung des Gefahrenbereichs wurde durchgeführt, um die bestehende Schutzverbauung auf Tragfähigkeit und Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Diese Daten dienen als Grundlage für die Planung einer dauerhaften Schutzmaßnahme, die voraussichtlich bis Juni 2026 abgeschlossen sein soll. Bis dahin bleibt der Abschnitt der B20 weiterhin halbseitig gesperrt, während die Arbeiten im Gefahrenbereich fortgesetzt werden.
Interessanterweise zeigt ein Blick auf andere Projekte in der Region, wie wichtig solche Sicherungsmaßnahmen sind. Beispielsweise gibt es im Steinbruch „Auf der Wacht“ am Eckkopf zwischen Präg und Bernau ein ähnliches Problem. Hier führte ein Felssturz zu einem tiefreichenden Riss an der Böschungskrone, und die abgetrennten Felsmassen sind ebenfalls absturzgefährdet. Die Ingenieure dort haben ein Sicherungskonzept entwickelt, das auf detaillierten geologischen Analysen basiert. Solche Ansätze sind entscheidend, um die Sicherheit in Gebieten mit instabilen Hängen zu gewährleisten und zukünftige Felsstürze zu verhindern.
Die Situation an der B20 verdeutlicht, wie unerwartete Naturereignisse nicht nur sofortige Maßnahmen erfordern, sondern auch langfristige Planungen und Investitionen in die Infrastruktur. Die Koordination zwischen den Feuerwehrverbänden und geologischen Experten spielt dabei eine zentrale Rolle, um die Sicherheit der Straßen und damit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Weiterführende Informationen zu den laufenden Maßnahmen können auf den Seiten der zuständigen Behörden und in den Medien nachgelesen werden, wie beispielsweise in diesem Artikel des ÖAMTC oder in diesem Beitrag von 5min.