In Kapfenberg, einem malerischen Ort in Österreich, hat das Programm der „Leihgroßeltern“ bereits im Vorjahr erste Erfolge gefeiert. Nach dem Abschluss der ersten Ausbildung für ehrenamtliche Leihgroßeltern, die auf positive Resonanz stießen, wird heuer ein zweiter Durchgang gestartet. Diese Initiative spielt eine entscheidende Rolle in der Unterstützung von Familien, insbesondere wenn beide Elternteile berufstätig sind oder nur ein Teil das Sorgerecht hat. Oft stehen Familien vor der Herausforderung, dass keine Großeltern zur Verfügung stehen, um ihren Alltag zu erleichtern. Die Bedeutung der Leihgroßeltern ist daher nicht zu unterschätzen, da sie nicht nur praktische Hilfe bieten, sondern auch wertvolle zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen.

Das Leihgroßeltern-Projekt, geleitet von Verena Stangl-Hörmann, setzt sich zum Ziel, Familien im Alltag zu unterstützen und die sozialen Bindungen zwischen den Generationen zu fördern. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an dieser wertvollen Initiative zu beteiligen. Im vergangenen Jahr haben bereits acht Ehrenamtliche eine 18-stündige Schulung erfolgreich abgeschlossen und konnten positive Rückmeldungen von sowohl Leihgroßeltern als auch den betreuten Familien verzeichnen. Diese Schulung umfasst Themen wie Beziehungsaufbau, Kommunikation, rechtliche Aspekte und Erste Hilfe. Der nächste Kurs startet am 2. März 2026, mit einer anschließenden Vermittlung an Familien im April und Mai 2026.

Die Rolle der Leihgroßeltern im Alltag

Die Leihgroßeltern helfen nicht nur im Alltag, sondern schaffen auch bedeutende Bindungen zu Kindern und Eltern. Sie sind eine wertvolle Unterstützung für Familien, die unter dem Druck von Beruf und Alltag stehen. Durch ihre Anwesenheit tragen sie zur Entlastung der Eltern bei, sind jedoch kein Ersatz für Tagesmütter oder Betreuungsplätze. Vielmehr fördern sie ein liebevolles Miteinander zwischen den Generationen und helfen, Isolation älterer Menschen zu überwinden. Die Initiative ist somit nicht nur eine praktische Hilfe, sondern auch eine wichtige Maßnahme zur Stärkung des sozialen Gefüges in der Gesellschaft.

Darüber hinaus zeigt die Initiative Parallelen zu ähnlichen Projekten in Deutschland, wie dem Leih-Großeltern-Projekt der Freiwilligen Agentur Hameln-Pyrmont. Auch dort steht die Förderung von Verbindungen zwischen Generationen im Vordergrund. Diese Programme richten sich an Personen ohne Enkel oder mit weit weg wohnenden Enkeln und konzentrieren sich auf Kinder bis 12 Jahre. Solche Initiativen sind nicht nur lokale Projekte, sondern Teil eines größeren Trends, der die Bedeutung von intergenerationalen Beziehungen in einer alternden Gesellschaft beleuchtet.

Chancen und Herausforderungen intergenerationaler Beziehungen

Die Diskussion über intergenerationalen Beziehungen hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Früher oft von Konflikten geprägt, wird heute das Potenzial dieser Beziehungen hervorgehoben. Wie im Buch „Potenziale intergenerationaler Beziehungen“ von Andreas Ette und seinen Kollegen dargelegt, ist es wichtig, dass zukünftige Sozialstaatsreformen die Möglichkeiten dieser Beziehungen fördern. Die Erkenntnisse zeigen nicht nur die hohe Solidarität zwischen den Generationen, sondern auch die Herausforderungen, die sich in innerfamiliären Beziehungen ergeben können. Die Stärkung dieser Verbindungen könnte entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität aller Beteiligten beitragen.

Für Interessierte, die Teil des Leihgroßeltern-Projekts in Kapfenberg werden möchten, stehen folgende Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung:
Adresse: Grazer Straße 3, 8605 Kapfenberg
Telefon: 0650 690 5694
E-Mail: fawozi@isgs.at. Weitere Informationen sind auch auf der Webseite der ISGS zu finden: Kleine Zeitung und Aktuelle Nachrichten.