Die Diskussion um nachhaltiges Wachstum in der Region Hartberg-Fürstenfeld ist in vollem Gange. Bei einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer kamen zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer zusammen, um ihre Erfolgsstrategien zu teilen und Lösungsansätze für die Herausforderungen der Zukunft zu erörtern. Zentrale Themen waren der Erhalt und Ausbau der Thermenbahn, die Stärkung des Fachkräftepotenzials sowie die Notwendigkeit bezirksübergreifender Kooperationen. Steiermarks Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk forderte eine Allianz für Wachstum in der Steiermark und betonte die Wichtigkeit von klaren Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und gezielten Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur. Seine Forderungen umfassen auch eine Pensionsreform sowie leistbare Energiepreise, um den Aufschwung weiter voranzutreiben.

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Verkehrsinfrastruktur. WKO-Regionalstellenobmann Christian Sommerbauer und Regionalstellenleiterin Simone Pfeiffer hoben die Bedeutung der Anbindung nach Graz und Wien über die Autobahn A2 und die S7 hervor. Notwendige Infrastrukturprojekte, die in der Diskussion angesprochen wurden, sind der Erhalt und Ausbau der Thermenbahn, eine zweite Autobahnabfahrt in Hartberg sowie der Vollausbau der S7 und eine nachhaltige Anbindung an die Ost- und Koralmbahn.

Fachkräftesicherung im Fokus

Ein zentrales Anliegen der Unternehmer ist die Stärkung des regionalen Fachkräftepotenzials. Die Initiative „meinjob Oststeiermark“ zielt darauf ab, neue Arbeitskräfte zu gewinnen und die regionalen Märkte zu stärken. Julia Fandler von der Ölmühle Fandler betonte die Bedeutung neuer Märkte und der Internationalisierung für nachhaltiges Wachstum. Auch Kurt Wilfinger von der Wilfinger GmbH setzt auf regionale Stärke und fokussiert sich auf seine Kernkompetenzen im Rundholz- und Krantransport. Markus Krainer von Nidec Global Appliance plädiert für eine Kombination aus globaler Stärke und lokalen Kompetenzen, während Josef Zettl von Durmont GmbH die Relevanz von Qualität, Digitalisierung und Effizienzsteigerungen für die Wettbewerbsfähigkeit hervorhebt.

Die Mittelfristprognose des Fachkräftemonitorings zeigt, dass in den kommenden Jahren ein erheblicher Fachkräftemangel droht. Bis 2029 werden rund 530.000 Fachkräfte fehlen, was eine Herausforderung für die Region darstellt. Die Bundesregierung hat bereits im Herbst 2022 eine Fachkräftestrategie verabschiedet, die darauf abzielt, die Erwerbsbeteiligung von Frauen, älteren Personen und Geflüchteten zu erhöhen. Die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Nicht-Deutschen hat langfristig positive Effekte auf das Arbeitskräfteangebot und wird als entscheidender Faktor in der Fachkräftesicherung betrachtet. Darüber hinaus wird die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt weiter gefördert, um die Lücken zu schließen, die durch den demografischen Wandel entstehen.

Ausblick und Herausforderungen

Die Herausforderungen sind vielfältig: Digitalisierung, Klimawandel und der demografische Wandel beeinflussen die Kompetenzbedarfe und die Anzahl der verfügbaren Arbeitsplätze. Die Bundesregierung plant, durch gezielte Anreize die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer zu fördern und Hemmnisse abzubauen. Zudem wird eine erhöhte Weiterbildung als notwendig erachtet, um die berufliche Leistungsfähigkeit der bestehenden Arbeitskräfte zu steigern und einen Mismatch auf dem Arbeitsmarkt zu vermeiden.

Die regionale Wirtschaft steht also vor der Aufgabe, die vorhandenen Potenziale zu nutzen und gleichzeitig neue Strategien zu entwickeln, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und der Politik wird nötig sein, um diese Herausforderungen zu meistern und die Region Hartberg-Fürstenfeld dynamisch weiterzuentwickeln. Weitere Informationen zu den Themen der Veranstaltung und den vorgestellten Strategien können auf der Webseite der Wirtschaftskammer nachgelesen werden: Link zur Quelle.