In Hartberg-Fürstenfeld wird derzeit eine bedeutende Modernisierung der Musikschule geplant, die nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch die Musikausbildung der Region nachhaltig verbessern soll. Der Spatenstich für das Projekt wurde bereits gefeiert, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Rund 600 Schülerinnen und Schüler werden von dieser umfassenden Renovierung profitieren, die mit einem Gesamtbudget von etwa 1,1 Millionen Euro realisiert wird. Der Umbau wird vom Land Steiermark gefördert und soll bis November 2026 abgeschlossen sein.
Die Musikschule Hartberg, die 1956 als erste in Österreich eröffnet wurde, hat viel vor. Geplant ist eine Erweiterung um etwa 230 Quadratmeter, die neue Räume für die Musikschule selbst sowie für die Stadtkapelle und Jugendkapelle schaffen wird. Diese beinhalten unter anderem Aufenthalts- und Übungsräume, Lagerflächen, einen eigenen Schlagzeugraum sowie einen Saal für die musikalische Früherziehung. Auch die WC-Anlagen werden modernisiert, und ein Kopier- und PC-Raum wird eingerichtet. Zudem wird der Zugang zum Erdgeschoss barrierefrei gestaltet, wobei der Eingang in den südlichen Trakt verlegt wird.
Einblicke in die Geschichte und die aktuellen Herausforderungen
Die Musikschule hat eine lange Tradition: Sie wurde 1892 gegründet und zählt damit zu den ältesten öffentlichen Musikschulen Österreichs. Unter der Leitung von Alois Lugitsch, der seit September 1995 im Amt ist, wurde das Ausbildungsangebot kontinuierlich erweitert. Aktuell werden 600 Schüler aus 25 Gemeinden von 22 Lehrkräften unterrichtet, die in etwa 70 Veranstaltungen pro Jahr, darunter Vorspielstunden und Konzerte, aktiv sind. Zudem gibt es 28 Ensembles und Orchester sowie zahlreiche Instrumental- und Gesangssolisten.
Die Modernisierung ist nicht nur eine Antwort auf den Platzmangel und die Sanierungsbedürftigkeit des alten Gebäudes, sondern auch eine strategische Maßnahme, um die Musikausbildung in der Region zu stärken. Laut Musikschulleiter Alois Lugitsch wird es durch die neuen Räumlichkeiten möglich sein, dass vier Ensembles gleichzeitig proben können. Diese Optimierung der Infrastruktur könnte auch dazu beitragen, den Unterricht während der Bauphase in Ersatzräumlichkeiten im Schloss Hartberg und in der Volksschule Hartberg zu erleichtern, während Probesaal und Konzertsaal weiterhin in Betrieb bleiben.
Die Bedeutung von Musikausbildung in der Region
Die Entwicklungen in Hartberg sind nicht isoliert zu betrachten. In Wien beispielsweise wird die Musikausbildung oft als unterdurchschnittlich bezeichnet, obwohl die Stadt als Welt-Musikstadt gilt. Es mangelt an Musiklehrkräften in der Sekundarstufe und die Ressourcen der Musikschulen sind begrenzt. In Hartberg hingegen zeigt man sich optimistisch: Die Modernisierung der Musikschule könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein, um die Ausbildungsplätze für Lehramtsstudenten zu erhöhen und die Kooperationen zwischen Musikschulen und Volksschulen zu verbessern. Ein klarer Rechtsrahmen für Musikschulen könnte zudem die Bedingungen für Lehrkräfte verbessern und die Qualität der Ausbildung sichern.
Insgesamt zeigt das Projekt der Musikschule Hartberg, wie wichtig die Investition in die kulturelle Bildung für die Gesellschaft ist. Die geplante Modernisierung könnte nicht nur die musikalische Zukunft der Region sichern, sondern auch neue Talente fördern und die Liebe zur Musik in der Gemeinschaft stärken. Weitere Informationen zu den Fortschritten finden Sie in den Berichten auf meinbezirk.at und kleinezeitung.at.