Heute ist der 11.03.2026, und in Graz steht der Weltnierentag vor der Tür. Dieser Tag, der jedes Jahr am 12. März gefeiert wird, hebt die immense Bedeutung der Nieren für unsere Gesundheit hervor. Die Med Uni Graz nimmt diesen Anlass wahr, um über ihre aktuellen Forschungen zu Nierenerkrankungen zu informieren und wertvolle Tipps zur Nierengesundheit zu geben.

Die Nieren sind wahre Wunderwerke der Natur. Sie bestehen aus etwa zwei Millionen Filtereinheiten, den Glomerula, die dafür verantwortlich sind, das Blut zu filtern, Elektrolyte und Wasser aufzunehmen sowie Giftstoffe auszuscheiden. Ihre Funktionen sind entscheidend für die Entgiftung des Körpers und die Aufrechterhaltung des Wasser- und Elektrolythaushalts. Zudem produzieren die Nieren wichtige Hormone wie Renin, das den Blutdruck reguliert, und Erythropoetin, welches für die Bildung roter Blutkörperchen verantwortlich ist.

Chronische Nierenerkrankung: Ein globales Problem

Die chronische Nierenerkrankung (CKD) ist ein ernstes Gesundheitsproblem, das weltweit jeden zehnten Menschen betrifft. Nach Schätzungen leiden über 840 Millionen Menschen an einer eingeschränkten Nierenfunktion. Auch in Deutschland zeigt eine Analyse der DAK, dass über 300.000 ihrer 3,6 Millionen Versicherten an CKD leiden. Die standardisierte Prävalenz liegt hier bei 6,9 Prozent, und die Neuerkrankungsrate betrug im Jahr 2022 1,7 Prozent.

Besonders alarmierend ist, dass nahezu 7 Prozent der Neuerkrankungen erst in fortgeschrittenen Stadien, G4 oder G5, diagnostiziert werden. Die Hauptursachen für CKD sind häufig Bluthochdruck und Diabetes mellitus, wobei 97,7 Prozent der CKD-Patienten wegen dieser Erkrankungen in Behandlung sind. Männer sind in allen Altersgruppen häufiger betroffen als Frauen, besonders ab 80 Jahren.

Risikofaktoren und Prävention

Die Med Uni Graz weist darauf hin, dass Ethnizität ebenfalls ein Risikofaktor sein kann. Menschen westafrikanischer Herkunft haben eine höhere CKD-Rate, was möglicherweise mit einer Mutation des Gens ACKR1 zusammenhängt, die häufig bei diesen Patienten auftritt. Das Fehlen von ACKR1 führt zu stärkeren Nierenentzündungen und einer verschlechterten Nierenfunktion. Daher sind weitere Studien mit CKD-Patienten westafrikanischer Herkunft im Gange.

Um Nierenschäden vorzubeugen, sind einige einfache Maßnahmen empfehlenswert. Dazu gehört die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, da hoher Blutdruck die Nieren schädigen kann. Auch Sport und körperliche Aktivität sind wichtig, denn sie senken das Risiko von Bluthochdruck und Diabetes. Eine ausgewogene Ernährung mit einer reduzierten Salzzufuhr von maximal 5-6 g pro Tag und ausreichender Flüssigkeitszufuhr von 1,5 bis 2 Litern pro Tag sind ebenfalls entscheidend. Zudem sollte die unkontrollierte Einnahme von Schmerzmitteln sowie das Rauchen vermieden werden.

Die Rolle der Aufklärung

Die DAK betont, dass 77,5 Prozent ihrer Versicherten ab 40 Jahren ohne CKD nierenschädigende Medikamente einnehmen. Ein gezieltes Screening könnte über 4.000 CKD-Fälle früher erkennen. Hierbei spielen moderne statistische Verfahren und maschinelles Lernen eine Rolle, um Risikofaktoren zu identifizieren. Die Aufklärung über die Risiken rezeptfreier Schmerzmittel und die Vermeidung nierenschädigender Medikamente sind ebenfalls von großer Bedeutung.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen ist es wichtig, regelmäßig die Nierenwerte und die Eiweißausscheidung zu kontrollieren, insbesondere bei Risikopatienten. Oft zeigen Nierenschäden in frühen Stadien keine Symptome, daher sind Blut- und Urinuntersuchungen entscheidend, um Probleme frühzeitig zu erkennen.

Die Nieren sind nicht nur für die Entgiftung unseres Körpers unerlässlich, sondern auch für zahlreiche andere wichtige Funktionen. Umso wichtiger ist es, ihre Gesundheit aktiv zu fördern und Risiken zu minimieren. Nutzen wir den Weltnierentag, um uns über diese wichtigen Organe zu informieren und unser Bewusstsein für Nierengesundheit zu schärfen. Weitere Informationen finden Sie auch in den ausführlichen Berichten der Med Uni Graz und der DAK.