Am Campus Inffeldgasse in Graz hat die Technische Universität Graz (TU Graz) in Zusammenarbeit mit Magna ein beeindruckendes Advanced Driving Simulation Center eröffnet. Dieser hochentwickelte Fahrsimulator gilt als einer der modernsten weltweit und bietet eine extrem realistische Fahrerfahrung. Die Möglichkeit, verschiedene Fahrzeuge, Fahrwerks- und Reifenkombinationen sowie fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) zu testen und zu optimieren, eröffnet neue Horizonte in der Fahrzeugentwicklung.
Der Simulator ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein bedeutender Schritt in der jahrzehntelangen Innovationspartnerschaft zwischen Magna und der TU Graz. TU Graz-Rektor Horst Bischof hebt hervor, dass der Simulator eine einzigartige Forschungsinfrastruktur in Europa darstellt. Magna übernahm die Kosten für die Anschaffung und Installation, während die TU Graz für den laufenden Betrieb verantwortlich ist.
Technische Details und Nutzungsmöglichkeiten
Der Simulator schließt die Lücke zwischen theoretischer Fahrzeugmodellierung und der realen menschlichen Wahrnehmung. Arno Eichberger, Leiter des Instituts für Fahrzeugtechnik, erläutert, dass die Ergebnisse der Fahrzeugstudien präzise mit den physikalischen Bedingungen der realen Welt übereinstimmen. Dies ist von großer Bedeutung, da der Simulator auch feine Vibrationen von verschiedenen Straßenoberflächen erzeugen kann, was besonders für die Optimierung von Elektrofahrzeugen wichtig ist.
Mit einer hohen Frequenz von über 100 Hz und sechs Freiheitsgraden, bei denen das Cockpit durch bewegliche Stützen gesteuert wird, simuliert der Fahrsimulator Fahrzeugbewegungen in alle Richtungen. Virtuelle Realität wird genutzt, um verschiedene Fahr- und Verkehrssituationen fotorealistisch abzubilden, während eine extrem niedrige Latenz von nur drei bis vier Millisekunden das Fahrerlebnis realistisch und angenehm gestaltet.
Fahrsimulatoren im Kontext der Forschung
Fahrsimulatoren wie der in Graz eröffnete werden außerhalb des realen Verkehrsgeschehens eingesetzt, um Trainingszwecke, Fahrforschung und die Fahrzeugentwicklung zu unterstützen. Sie bieten kontrollierte Bedingungen für empirische Studien, die statistisch abgesicherte Forschung und Entwicklung ermöglichen. Das menschliche Verhalten und die Kognition können dabei nicht vollständig durch digitale Modelle dargestellt werden, weshalb die Einbindung von realistischen Fahrbedingungen und menschlicher Wahrnehmung in die Tests von großer Bedeutung ist.
Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Von der Klärung von Akzeptanzfragen und Gebrauchstauglichkeit bis hin zur Untersuchung von Hochrisikosituationen und seltenen Fahrsituationen bieten Fahrsimulatoren eine Plattform, um effiziente Tests unter standardisierten Bedingungen durchzuführen. So kann der Simulator in Graz auch eine entscheidende Rolle in der Entwicklung fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme und autonomer Fahrzeuge spielen. Die enge Zusammenarbeit von TU Graz und Magna wird somit nicht nur die Forschung, sondern auch die gesamte Automobilindustrie bereichern.
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