In Graz tut sich etwas in der Lehrlingsausbildung: Die ÖBB erweitert ihre Lehrwerkstätte um beeindruckende 640 Quadratmeter. Diese Maßnahme ist eine Antwort auf den steigenden Bedarf an Fachkräften in der Region. Die Umbauarbeiten, die im März 2026 beginnen, sollen bis September abgeschlossen sein. Der ÖBB-Konzern investiert dafür rund 1,7 Millionen Euro. Ziel ist es, künftig jährlich etwa 20 zusätzliche Lehrlinge aufzunehmen, die dann in modernen Labor- und Schulungsräumen, EDV-Räumen mit einem 3D-Druck-Bereich sowie in einem Elektro-Labor ausgebildet werden. Auch die Anzahl der Ausbilderinnen und Ausbilder wird erhöht, um die Qualität der Ausbildung zu gewährleisten. Dies ist Teil eines umfassenden Lehrlingspakets, das bis 2027 insgesamt fünf Millionen Euro umfasst und darauf abzielt, jährlich 100 zusätzliche Lehrlinge auszubilden und damit bis 2027 rund 300 zusätzliche Fachkräfte hervorzubringen. Informationen über die Bauarbeiten erhielten auch Mobilitätsminister Peter Hanke, ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Silvia Angelo und der Konzernbetriebsratsvorsitzende Roman Hebenstreit während eines Besuchs der Baustelle.
Ab Herbst 2023 werden in der Grazer Lehrwerkstätte der ÖBB zudem 20 neue Lehrstellen angeboten. Dies geschieht zusätzlich zu den 19 bestehenden Plätzen, und die neuen Lehrlinge werden im September 2026 ihre Ausbildung beginnen. Die ÖBB sieht die Lehrlingsausbildung als einen zentralen Bestandteil der Unternehmensentwicklung. Aktuell werden in der Steiermark insgesamt 350 Lehrlinge ausgebildet, von denen 92 am Grazer Standort ihren Weg ins Berufsleben finden.
Signal für die Mobilitätswende
Mobilitätsminister Peter Hanke betont, dass der Ausbau der Lehrwerkstätte ein starkes Signal für die Mobilitätswende darstellt und gleichzeitig eine Antwort auf den Fachkräftemangel liefert. In Zeiten, in denen die Anforderungen an Fachkräfte stetig steigen, ist es wichtig, auf die Ausbildung junger Menschen zu setzen. Der Ausbau der Einrichtungen bietet nicht nur modernste Schulungsmöglichkeiten, sondern auch die Chance, den Nachwuchs aktiv in die zukunftsorientierte Entwicklung des Unternehmens einzubinden.
Die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt sind jedoch nicht zu unterschätzen. Laut dem Fachkräftemonitoring des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wird bis 2029 mit einem Mangel von rund 530.000 Fachkräften gerechnet, trotz einer steigenden Nachfrage in bestimmten Branchen. Das Fachkräftemonitoring analysiert Arbeitsmarktströme und identifiziert ungenutzte Potenziale. Dabei wird besonders auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen, Nicht-Deutschen und älteren Arbeitnehmern hingewiesen, die langfristig positive Effekte auf die Fachkräftesicherung haben können. Die Entwicklungen in Graz könnten als Modell für andere Regionen dienen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Investition in die Ausbildung junger Menschen ist nicht nur ein kurzfristiger Impuls, sondern ein Schritt in Richtung einer nachhaltigen und stabilen Fachkräftebasis, die für die wirtschaftliche Entwicklung notwendig ist. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie die ÖBB und andere Unternehmen auf die Herausforderungen des demografischen Wandels, der Digitalisierung und der Energiewende reagieren werden. Das ist nicht nur für Graz von Bedeutung, sondern für ganz Österreich und darüber hinaus.
Für weitere Informationen über den Ausbau der Lehrwerkstätte und die damit verbundenen Maßnahmen, besuchen Sie bitte die Bahnblogstelle oder die Krone. Für einen tiefergehenden Einblick in die aktuellen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt empfiehlt sich ein Blick auf das Fachkräftemonitoring.