Heute ist der 8.03.2026 und in Graz wird der Internationale Frauentag gefeiert. Die Holding Graz hat sich nicht nur für diesen besonderen Tag, sondern das ganze Jahr über dem Thema Gleichberechtigung verschrieben. Unter dem Motto des Weltfrauentags 2023: „Rights. Justice. Action. For ALL Women and Girls“ wird darauf hingewiesen, dass Gleichstellung weit mehr ist als ein einmaliges Ereignis. Die Holding Graz fördert aktiv Chancengleichheit, Weiterbildung und Gesundheitsbewusstsein, um eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation von Frauen zu erreichen.
Ein zentraler Bestandteil der Initiativen sind die Frauennetzwerktreffen und das Frauen-Mentoring, die darauf abzielen, Frauen in Führungspositionen zu unterstützen. Alice Loidl, Vorstandsdirektorin im Bereich Infrastruktur und Energie, steht exemplarisch für den Anstieg von Frauen in Führungspositionen innerhalb der Holding Graz. Auch die Graz Linien zeigen ein bemerkenswertes Engagement, indem sie vermehrt Mädchen für Lehrstellen in technischen Berufen gewinnen.
Sport und Gleichstellung
Ein weiterer Aspekt der Gleichstellung ist die Unterstützung von Frauenteams in Grazer Sportvereinen. Seit 2020 gibt es Sponsoringverträge, die Teams in Fußball, Volleyball, Handball und Basketball fördern. Sportlerinnen fungieren hierbei als Testimonials für Produkte der Holding Graz und zeigen, wie wichtig es ist, Frauen in allen Lebensbereichen sichtbar zu machen. Bürgermeisterin Elke Kahr hebt die Erfolge und Herausforderungen in Bezug auf die Gleichstellung hervor, während über 4.000 Beschäftigte im Magistrat Graz, mehr als die Hälfte davon Frauen, unterstreichen, wie bedeutend die Thematik vor Ort ist.
Die Situation in Deutschland
Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist auch in Deutschland ein zentrales Thema, verankert im Art. 3 (2) des Grundgesetzes. Die Hans-Böckler-Stiftung widmet sich der Forschung zu Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterungleichheit. Trotz der rechtlichen Grundlagen sind Frauen nach wie vor in vielen Bereichen benachteiligt. Der Gender Pay Gap zeigt, dass Frauen 2020 im Durchschnitt 18% weniger verdienten als Männer. Zudem sind Frauen in Führungspositionen stark unterrepräsentiert: Nur 11% der Vorstandsposten und 32% der Aufsichtsratspositionen in großen Unternehmen sind mit Frauen besetzt.
Ein weiterer Hinweis ist der Gender Time Gap, der 2020 ergab, dass Frauen durchschnittlich 7,9 Stunden weniger arbeiteten als Männer. Dies hängt oft mit der Hauptlast der Kinderbetreuung zusammen, die nach wie vor überwiegend von Frauen getragen wird. Diese Situation wird durch den Begriff „Mental Load“ beschrieben, der die unsichtbare Denkarbeit bei der Alltagsorganisation thematisiert. Auch die Corona-Pandemie hat Rückschritte in der Gleichstellung verursacht, da Mütter häufiger ihre Arbeitszeit reduzierten als Väter.
Wege zur Verbesserung
Um die Gleichstellung voranzutreiben, sind Reformen notwendig. Vorschläge reichen von der Reform des Ehegattensplittings über den Ausbau der Kinderbetreuung bis hin zur Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle. Zudem zeigt sich, dass die Mitbestimmung in Unternehmen die beruflichen Chancen von Frauen verbessern kann. Freiwillige Frauenquoten in Unternehmen können egalitärere Ansichten fördern und so einen wesentlichen Beitrag zur Gleichstellung leisten.
In Anbetracht der Erfolge und Herausforderungen, die sowohl in Graz als auch in Deutschland bestehen, bleibt es entscheidend, dass das Thema Gleichstellung nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern das ganze Jahr über auf der Agenda bleibt. Die Holding Graz und ihre Initiativen dienen als positives Beispiel dafür, wie durch Engagement und Sensibilisierung Veränderungen erreicht werden können. Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie unter Holding Graz und Hans-Böckler-Stiftung.