In einer erschütternden Tat in der Grazer BORG Dreierschützengasse hat ein 21-jähriger Mann am Dienstag die Schulgemeinschaft in Angst und Schrecken versetzt. Wie ORF berichtet, betraten der Täter, der zuvor nie polizeilich in Erscheinung trat, um 9:43 Uhr mit einem Rucksack, der Waffen und Munition enthielt, das Schulgebäude. Der Mann, ausgestattet mit einer Glock 19 und einer abgesägten Schrotflinte, begab sich in eine Toilettenanlage im dritten Stock, wo er sich für seinen siebenminütigen Amoklauf rüstete. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich rund 350 bis 400 Schülerinnen und Schüler im Gebäude.

Die Situation eskalierte, als der Täter wahllos auf Personen schoss und dabei insgesamt zehn Menschen tötete: neun Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrerin, die ihm bekannt war. Es gelang ihm sogar, auf eine verschlossene Klassentür zu schießen, um in die Klasse zu gelangen. Er wurde mit einem Waffengürtel und einem Headset ausgestattet gefunden. Glücklicherweise konnten alle elf Verletzten auf Normalstationen verlegt werden, nachdem sie zuerst in kritischem Zustand in Krankenhäuser gebracht werden mussten.

Ermittlungen und Psychologische Aspekte

Bei einer umfangreichen Hausdurchsuchung fand die Polizei einen minutiösen Ablaufplan, der jedoch keine Hinweise auf ein Motiv des Täters enthielt. Die Tatrekonstruktion und Spurensicherung sind noch nicht abgeschlossen und könnten mehrere Tage in Anspruch nehmen. Zeugenbefragungen laufen aktuell weiter. Es ist bemerkenswert, dass der Täter im März einen psychologischen Test für eine Waffenbesitzkarte bestanden und im April eine Schrotflinte sowie im Mai eine Glock erworben hatte. Dennoch wurde er bei der Stellungskommission des Bundesheeres aufgrund psychischer Instabilität als untauglich erklärt.

Eine Psychologin betont die Notwendigkeit eines intensiven Dialogs über psychische Gesundheit und den Waffenbesitz in Österreich, insbesondere nach den tragischen Vorfällen. Wie Fisch und Fleisch anmerkt, ist es entscheidend, die Regularien hinsichtlich des Zugangs zu Waffen zu überdenken und sicherzustellen, dass nur verantwortungsbewusste Personen Zugang zu Waffen haben.

Zusammenhalt und Unterstützung

Die Grazer Bevölkerung ist erschüttert von diesem Vorfall. Bei einer Pressekonferenz drückten Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Bürgermeister Siegfried Nagl ihr Bedauern über die Geschehnisse aus, doch es gab auch einen Lichtblick. Die Helmut-List-Halle wurde als Ort der Begegnung und Hilfeleistung für Betroffene und deren Angehörige geöffnet, um in dieser schweren Zeit Trost zu spenden.

Die Bevölkerung ist durch die unfassbaren Ereignisse zutiefst betroffen, und viele stellen sich die Frage, wie ein solches Verbrechen in einer so vertrauten Umgebung stattfinden konnte. Die Schüler und das Schulpersonal zeigten vorbildliches Verhalten während der Evakuierung. Die Polizisten trafen erst um 10:06 Uhr ein, als bereits keine Schüsse mehr zu hören waren. Graz ist fassungslos und die Fragen nach dem Warum und der Aufklärung der Tat bleiben vorerst unbeantwortet.