Am Faschingsdienstag, einem Höhepunkt der festlichen Zeit in Graz, marschierte die „1. Grazer Faschingsgilde“ um 11:11 Uhr ins Bürgermeisterinnenamt. An der Spitze dieser bunten Delegation stand der Scherzherzog Walter Kriwetz, der Bürgermeisterin Elke Kahr mit einem dreifachen „Graz Ahoi“ begrüßte. Traditionsgemäß wurde im Rahmen dieser Zeremonie der Rathausschlüssel symbolisch an die Bürgermeisterin übergeben. Jedes Jahr am 11. November übernehmen die Narren die Herrschaft über das Rathaus und fordern den Schlüssel der Stadt zurück, was die Bedeutung von Traditionen unterstreicht, wie Kahr bei dieser Gelegenheit betonte. Die „1. Grazer Faschingsgilde“ wurde bereits 1971 als „1. Grazer Faschingsclub“ ins Leben gerufen und bringt seither Farbe und Freude in die Stadt.

Das Faschingsprinzenpaar, Bernhard, der Gütige, und seine Frau Ariella, die Vermehrende, sorgten für zusätzliche Festlichkeit. Ariella, die zweifache Mama ist, erhielt ihren Namenszusatz aufgrund ihrer familiären Rolle. Nach der feierlichen Schlüsselübergabe traten die Gardemädchen auf und begeisterten das Publikum mit ihren Darbietungen. Bürgermeisterin Kahr nutzte die Gelegenheit, um alle Anwesenden zum traditionellen Faschingskrapfenschmaus einzuladen, der ein fester Bestandteil der Faschingszeit ist.

Traditionen und Bräuche im Fasching

Die „1. Grazer Faschingsgilde“ ist Teil einer größeren Tradition, die in Österreich im Februar gefeiert wird und als die fünfte Jahreszeit gilt. Der offizielle Beginn der Faschingszeit erfolgt bereits am 11. November um 11:11 Uhr, während die Feierlichkeiten erst am 7. Jänner richtig Fahrt aufnehmen. Der Höhepunkt, der Faschingsdienstag, zieht zahlreiche Menschen zu festlichen Umzügen und Feiern in die Straßen. Diese festliche Zeit endet am Aschermittwoch, 46 Tage vor Ostern, der zwischen dem 22. März und 25. April liegen kann.

Die Ursprünge des Faschings reichen bis zu mitteleuropäischen Bräuchen und religiösen Ritualen zurück, die das Ziel hatten, Wintergeister zu vertreiben. Fasching verbindet alte heidnische Riten mit dem christlichen Kalender und der Fastenzeit. So finden sich ähnliche Feste bereits in Hochkulturen wie Mesopotamien und im alten Rom. Der Begriff „Fasching“ stammt vom mittelhochdeutschen „Vaschanc“, was den Ausschank des letzten Getränks vor dem Fasten bezeichnet.

Kulinarische Genüsse und regionale Bräuche

In Österreich variieren die Faschingsbräuche regional stark. Während in Tirol das Fisser Blochziehen, ein 35 Meter langer Zirbenstamm, der alle vier Jahre durch das Dorf gezogen wird, UNESCO-Kulturerbe ist, sorgt im Ausseer Fasching in der Steiermark eine Mischung aus bunten Kostümen und Trommelweibern für ein Spektakel. In Villach hingegen sind humorvolle Büttenreden und Sketches ein fester Bestandteil des Programms, das sogar im Fernsehen übertragen wird. Die kulinarischen Traditionen, wie die beliebten Faschingskrapfen, gefüllt mit Marillenmarmelade, und Punschkrapfen, sind unverzichtbar während dieser festlichen Zeit.

Die Grazer Faschingsgilde und ihre Feierlichkeiten sind somit nicht nur Ausdruck von Tradition und regionaler Kultur, sondern auch ein wichtiger Teil des geselligen Miteinanders in der Stadt. Mehr Informationen zur Faschingsgilde finden Sie auf ihrer Webseite hier, während weitere Details zu den allgemeinen Faschingsbräuchen in Österreich auf dieser Seite nachgelesen werden können.