Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat sich in den letzten Jahren auch in Graz und Umgebung zunehmend ausgebreitet. Diese Mücke, die ursprünglich aus den Tropen stammt, ist nicht nur für ihren auffälligen schwarz-weißen Körper bekannt, sondern auch für ihre Fähigkeit, zahlreiche tropische Krankheiten zu übertragen, wie Dengue- und Zika-Viren. In Deutschland ist die Tigermücke bislang nicht flächendeckend verbreitet, aber etablierte Populationen gibt es bereits in Bayern und Baden-Württemberg, und auch in Graz ist ihre Präsenz ein wachsendes Problem. Die Stadt Graz hat daher verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung der Tigermücke einzudämmen.

Ein zentrales Element der aktuellen Strategie ist die Zusammenarbeit mit der Grazer Bevölkerung. Um die Bürger über die Gefahren und Bekämpfung der Tigermücken zu informieren, wird am 4. März um 17:00 Uhr im Gemeinderatssitzungssaal eine Informationsveranstaltung im Grazer Rathaus stattfinden. Referenten sind Dr.in Eva Winter und Erwin Wieser vom Gesundheitsamt Graz. Die Themen der Veranstaltung umfassen unter anderem die Vermeidung von stehendem Wasser, Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung sowie Informationen zu sterilen Tigermückenmännchen. Die Teilnahme ist aufgrund der begrenzten Anzahl an Sitzplätzen nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Interessierte Bürger können sich bei Büro Stadtrat Robert Krotzer unter Tel. 0316/872-2070 oder per E-Mail: stadtrat.krotzer@stadt.graz.at anmelden.

Pilotprojekt zur Eindämmung der Tigermücke

Zusätzlich zur Informationsveranstaltung startet die Stadt Graz ein Pilotprojekt zur Eindämmung der Asiatischen Tigermücke. Hierbei wird die Sterile Insect Technique (SIT) eingesetzt, die erstmals systematisch in Österreich angewandt wird. Dr. Hanano Yamada, eine Expertin in diesem Projekt, erläutert den Ablauf: Die Tigermücken werden in großen Käfigen gezüchtet und aufgezogen. Weibchen legen hunderte bis tausende Eier, die in Wasser schlüpfen. Die Larven wachsen in speziellen Schalen bis zum Puppenstadium. Um die Geschlechter zu trennen, wird eine mechanische Trennung vorgenommen, da die Weibchen größer sind.

Die Männchen werden dann kurz betäubt und sterilisiert. Diese sterilisierten Männchen sind zwar fortpflanzungsfähig im Verhalten, produzieren jedoch keine lebensfähigen Spermien. Wenn sie mit Weibchen zusammentreffen, legen diese Eier, die jedoch nicht befruchtet sind. Durch diese Methode könnte die Mückenpopulation um über 70 bis 80 % reduziert werden, wie internationale Erfahrungen zeigen. Erste belastbare Ergebnisse werden im Herbst 2026 erwartet.

Langfristige Perspektiven und Herausforderungen

Eine großflächige Anwendung der SIT-Methode ist notwendig, um effektiv zu sein, da sie gleichzeitig in ganzen Stadtgebieten angewandt werden muss. Eine langfristige Wirkung wird erwartet, da die Reduktion der befruchteten Eier zukünftige Populationen verringern könnte. Die Bekämpfung der Tigermücke ist nicht nur eine lokale Herausforderung, sondern hat auch weitreichende Implikationen, da diese Mücke mehr als 20 tropische Krankheitserreger übertragen kann. Bisher wurde in Deutschland zwar keine Übertragung von Krankheiten durch Tigermücken nachgewiesen, jedoch wird eine Zunahme der Infektionsgefahr mit steigenden Temperaturen und Populationen erwartet.

In Graz wird die Bekämpfung der Tigermücke von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) unterstützt, die Brutstätten sucht und behandelt. Diese Brutstätten sind oft schwer zugänglich, da die Eier trocken- und kälteresistent sind. Zudem wird derzeit an neuen Methoden wie der RNA-Interferenz zur gezielten Bekämpfung von Mückenlarven geforscht, die jedoch noch nicht zugelassen sind.

Die Situation ist eine klare Erinnerung daran, wie wichtig es ist, als Gemeinschaft zusammenzuwirken, um gesundheitliche Risiken zu minimieren und die Lebensqualität in Graz zu erhalten. Informationen wie die geplante Veranstaltung bieten eine wertvolle Gelegenheit, mehr über diese Thematik zu erfahren und aktiv zur Lösung beizutragen.

Für weitere Informationen zur Tigermücke und den Eindämmungsmaßnahmen in Graz besuchen Sie bitte die offizielle Webseite der Stadt Graz unter diesem Link sowie die Seite über das Pilotprojekt unter diesem Link.