In der Steiermark steigt die Nachfrage nach Unterstützung bei Wohnungsproblemen kontinuierlich. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Caritas Wohnungssicherungsstelle betont Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler die unverzichtbare Arbeit des Teams, das Menschen in Krisensituationen mit Rat und Tat zur Seite steht. Im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte wurden über 137.000 Beratungskontakte verzeichnet.
Der Leiter der Wohnungssicherungsstelle, Thomas Seybold, beschreibt die Herausforderungen des Alltags als abwechslungsreich, aber auch herausfordernd. Die Stelle bietet nicht nur wesentliche Unterstützung für Personen, die ihre Stabilität verloren haben, sondern auch frühzeitige Interventionen, um drohendes Wohnungsverlust abzuwenden. Durchschnittlich 67 Personen pro Jahr erhalten Unterstützung durch freiwillige Einkommensverwaltung.
Immer mehr Menschen in Not
Die Nachfrage entwickelt sich rasant weiter; während anfangs rund 250 Haushalte pro Monat Hilfe in Anspruch nahmen, sind es mittlerweile etwa 350. „Die Notwendigkeit stabiler und nachhaltiger Lösungen wird bei dieser hohen Nachfrage und dem damit verbundenen Zeitdruck immer deutlicher“, so Seybold. Die Wohnungssicherungsstelle sichert nicht nur Wohnraum, sondern auch Würde, Sicherheit und Zukunftsperspektiven für viele Betroffene.
Besonders wichtig ist die Unterstützung bei drohendem Wohnungsverlust. Das Team der Wohnungssicherungsstelle bietet umfassende Beratung und Begleitung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden Lösungen für Probleme mit Mietzahlungen, helfen beim Umgang mit Mahnschreiben von Vermieterinnen und Vermietern und stehen im Austausch mit entsprechenden Behörden. Ihr Ziel ist es, den Wohnraum für Betroffene zu bewahren und ihnen so eine Perspektive zu geben. Informationen über finanzielle Ansprüche und die Unterstützung bei der Beantragung sind dabei essenziell. Laut Caritas Steiermark gibt es sogar nicht nur eine zentrale Anlaufstelle, sondern auch regionale Beratungsangebote in Leoben und Kapfenberg/Bruck.
Erste Hilfe in schwierigen Zeiten
Zusätzlich zur Wohnungssicherung bietet das Unterstützungsprogramm WOHNSCHIRM Energie, das vom Sozialministerium ins Leben gerufen wurde, wertvolle Hilfe für Menschen, die mit drohenden Heizungs- oder Stromabschaltungen kämpfen. Die Umsetzung erfolgt durch die Soziale Arbeit gGmbH. Die Voraussetzungen für diese Unterstützung sind gering und beinhalten beispielsweise offene Rechnungen für Energie, die nicht bezahlt werden können, sowie ein geringes Einkommen. Weitere Informationen findet man auf sozialarbeit.at.
Die Wohnungssicherungsstelle bleibt ein unverzichtbarer Teil der sozialen Infrastruktur der Steiermark, wie die stetig steigenden Fallzahlen eindrücklich zeigen. Auch in Zukunft wird die Stelle alles daransetzen, um den Menschen in Not nicht nur Wohnraum, sondern auch eine Perspektive zu sichern.