In der Gemeinde Frohnleiten wird die Zukunft des Eissports neu gestaltet. Dank einer Lösung mit der Investorin Elitsa Polizoeva wird der Bau einer Tragluft-Eishalle neben der bestehenden Eishalle geplant. Diese Initiative soll die Infrastruktur für Eissportarten in der Region sichern. Das Grundstück wird von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, und das Komitee zur Rettung der Eishalle, unter der Leitung von Walter Gschwandner, ist aktiv an den Planungen beteiligt. Allerdings steht eine offizielle Stellungnahme der Gemeinde noch aus, und eine Sitzung im KG-Beirat wurde für Donnerstag anberaumt, um weitere Details zu besprechen.
Die Grüne Partei fordert unterdessen mehr Transparenz in der Eishallen-Thematik und kritisiert die Entscheidung, die bestehende Eishalle für 15 Jahre an einen Ballsportbetreiber zu vermieten. Sie verlangen eine Verschiebung dieser Entscheidung, um die Zukunft des Eissports genauer zu klären. Die Gemeinde hat bereits Besichtigungstermine für den Abverkauf des bestehenden Eishallen-Equipments angesetzt, und es gibt eine Diskussion darüber, ob eine Investition von 60.000 Euro für Kunststoffplatten im Rintpark notwendig ist.
Pläne in Peggau und Herausforderungen in der Region
Parallel zu den Entwicklungen in Frohnleiten prüft die Marktgemeinde Peggau ebenfalls die Möglichkeit, eine Eishalle zu errichten. Bürgermeister Christoph Pirstinger führt bereits Gespräche mit der Firma Sager, um die Umsetzung voranzutreiben. Die Finanzierung dieser Halle könnte jedoch problematisch sein, und die Klärung, ob Frohnleiten oder Peggau letztendlich eine neue Eishalle erhalten wird, steht noch aus. Die Pläne in beiden Gemeinden zielen darauf ab, den Kufensport im Norden von Graz zu fördern.
In Frohnleiten wird die Tragluft-Eishalle ebenfalls neben der alten Eishalle geplant, die zu einer Ballsportanlage umgebaut werden soll. Die Landesregierung evaluiert derzeit bestehende Sportstätten, um den Investitionsbedarf zu ermitteln. Es wird jedoch als unwahrscheinlich eingeschätzt, dass beide neuen Eishallen in der Nähe realisiert werden können, was die Unsicherheit in der Region verstärkt.
Fördermöglichkeiten und Infrastrukturprobleme
Eine wichtige Rolle in der Diskussion über Eishallen spielt die Infrastruktur des deutschen Eissports. Laut Said Hakim, Geschäftsführer der ISS GmbH I Ice, Sports & Solar, haben Eishallen bei Förderprogrammen keine Sonderstellung und stehen in einer Liste mit anderen infrastrukturellen Projekten. Es gibt Fördermöglichkeiten von bis zu 90%, die jedoch stark von der Finanzlage der jeweiligen Kommune abhängen. Eishallen können von verschiedenen Förderungen profitieren, beispielsweise für Banden, Eistechnik oder Klimatechnik.
In Deutschland wird gegenwärtig mehr über Schließungen von Eishallen als über Neubauten diskutiert. Viele bestehende Eishallen stammen aus den 1970er Jahren und kämpfen mit einem erheblichen Investitionsstau. Oft sind die Sanierungskosten höher als bei Neubauten. Zudem können Genehmigungen für Neubauten schwierig zu erhalten sein, was zu langen Ausfallzeiten führt. In diesem Kontext sind Interimslösungen wie Traglufthallen von großer Bedeutung, die als Übergangslösung dienen können.
Die Entwicklung in Frohnleiten und Peggau zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und privaten Investoren ist, um Lösungen für die Eissportinfrastruktur zu finden. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) zeigt Engagement zur Verbesserung dieser Infrastruktur und hat den DEB Facility Pool gegründet, um die Eishockey-Infrastruktur zu unterstützen. Der Austausch zwischen der ISS und dem DEB erfolgt regelmäßig, um die Herausforderungen in der Eishallen-Infrastruktur gemeinsam anzugehen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zukunft des Eissports in der Region Graz-Umgebung spannend bleibt. Die Entwicklungen in Frohnleiten und Peggau könnten wegweisend für die Förderung des Kufensports und die Sicherstellung einer adäquaten Infrastruktur sein. Es bleibt abzuwarten, welche Entscheidungen in den kommenden Sitzungen getroffen werden und wie die Pläne konkret umgesetzt werden können.
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