In Graz, genauer gesagt in der Hilmteichstraße, sorgt eine Tunnelbohrmaschine namens Christina für Aufregung. Diese Maschine ist ein entscheidender Bestandteil des Projekts zur Verbesserung der Wasserqualität des Mariatrosterbachs. Rund ein Drittel der Arbeiten an einem neuen Speicherkanal sind bereits abgeschlossen, und das Projekt läuft planmäßig. Die Gesamtlänge des neuen Kanals beträgt 630 Meter, und Christina arbeitet sich Zentimeter für Zentimeter durch das Erdreich, um Platz für Betonrohre zu schaffen.
Ein zentrales Anliegen dieses Projekts ist die Problematik der überlaufenden Mischwasserkanäle, die jährlich 40 bis 50 Mal ungeklärtes Wasser in den Bach leiten. Projektleiter Michael Wresounig von Holding-Graz-Wasserwirtschaft betont die Dringlichkeit dieser Maßnahmen. Die Kosten der Gegenmaßnahme belaufen sich auf 9 Millionen Euro und sollen bis August 2024 abgeschlossen sein. Dies ist Teil eines größeren Projekts mit Gesamtkosten von 20 Millionen Euro, das auch den Ausbau der Straßenbahnlinie 1 zwischen Auersperggasse und der Haltestelle Mariagrün umfasst.
Die Tunneltaufe und ihre Bedeutung
Am 27. Januar wurde mit einer feierlichen Tunneltaufe in der Hilmteichstraße die Bauarbeiten für den neuen Speicherkanal Mariatrost offiziell begonnen. Im Vorfeld wurde eine Startgrube von etwa 10 Metern Tiefe errichtet, über die die Vortriebsmaschine in den Boden eingebracht wurde. Diese Startgrube hat die Maße von 6 Metern Breite, 12 Metern Länge und 10 Metern Tiefe und ermöglicht es, den Tunnel im Microtunneling-Verfahren zu errichten. Dabei wird die Maschine unterirdisch fräsen, während gleichzeitig Stahlbetonrohre nachgeschoben werden.
Das ausgehobene Material wird verflüssigt, abtransportiert und per LKW abgeführt. Der Speicherkanal wird etwa 700 Meter lang sein, verläuft unter den Gleisen der Hilmteichstraße und liegt in einer Tiefe von 5 bis 10 Metern. Der Innendurchmesser des Kanals beträgt 2 Meter, was eine effiziente Aufnahme großer Mengen an Mischwasser ermöglicht. Die Anpassung bestehender Kanalanschlüsse in der Stenggstraße, der Unteren Schönbrunngasse und der Hilmgasse sowie die Errichtung neuer Überlauf- und Drosselbauwerke sind ebenfalls Teil des Projekts.
Einblick in den Bauablauf
Der Bauablauf gliedert sich in mehrere Phasen. Bis März soll die Bohrung Richtung Süden von der Bogenschießanlage bis zur Kreuzung Hilmgasse abgeschlossen werden, gefolgt von einer Bohrung Richtung Norden, die bis Mai dauert. Danach wird bis Ende August an der Errichtung aller erforderlichen Bauwerke und des Kanals in der Unteren Schönbrunngasse gearbeitet. Ab September 2026 stehen die Graz Linien bereit, um mit dem zweigleisigen Ausbau der Straßenbahnlinie 1 zu beginnen, mit einer Gesamtfertigstellung aller Maßnahmen, die für Mitte 2028 geplant ist.
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und Stadtrat Manfred Eber äußerten sich positiv über das Projekt und dessen Nutzen für die Umwelt sowie die Wasserqualität in Graz. Der neue Speicherkanal wird dazu beitragen, die Wasserqualität im Mariatrosterbach bei Starkregenereignissen zu verbessern und die Einleitungen in den Bach zu reduzieren. Das Projekt steht somit nicht nur für technische Innovation, sondern auch für ein nachhaltiges Umweltbewusstsein in Graz.
Für weitere Informationen über den Verlauf und die Fortschritte des Projekts kann die detaillierte Berichterstattung auf Kleine Zeitung sowie die offizielle Seite der Holding Graz besucht werden, die unter Holding Graz zu finden ist. Auch die Seite von 5 Minuten bietet spannende Einblicke ins Projekt, die unter 5 Minuten zugänglich sind.