Stein, eine charmante Ortschaft in der Weststeiermark, gehört zur Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung. Mit einer Einwohnerzahl von 317 (Stand: 1. Jänner 2025) ist Stein ein beschaulicher Ort, der sich auf einem Hügelrücken des Weststeirischen Riedellandes erstreckt. Dieser Hügelrücken trennt das Liebochtal im Osten vom Södingtal im Westen. Die Gewässer Arkenbach und Holzgrabenbach fließen in Richtung Södingtal und prägen die Landschaft der Region.
Die Verkehrsverbindung wird durch die Dobleggerstraße (L383) gewährleistet, die Mayersdorf mit Großsöding verbindet und durch den nördlichen Teil von Stein führt. Die Geschichte Steins ist reich und reicht bis ins Jahr 1141 zurück, als der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde. In den folgenden Jahrhunderten wurde er als Stain (um 1400), Im Stain (1543) und schließlich als Stein (um 1780) bezeichnet. Der Ortsname könnte sich von dem Besitz des Wulfing oder einem Felsen ableiten.
Die Entwicklung Steins im Laufe der Jahrhunderte
Bis 1848 gehörten die Bewohner Steins zu verschiedenen Herrschaften, darunter Krems und mehrere andere im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1850 wurde Stein Teil der freien Ortsgemeinde Schadendorfberg. 1969 erlebte die Ortsgemeinde eine Auflösung und Stein wurde der Gemeinde Attendorf zugeordnet. Schließlich wurde Stein im Jahr 2015 durch die Steiermärkische Gemeindestrukturreform Teil der Marktgemeinde Hitzendorf.
Landwirtschaft prägt das Bild von Stein, und der historische Weinbau hat hier seit mindestens 1543 eine bedeutende Rolle gespielt. Die Ortschaft hat mehrere Kapellen und Bildstöcke, darunter die Dorf- oder Christuskapelle aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Diese Kapelle ist mit einem Vorbau auf zwei steinernen Rundsäulen ausgestattet und erhielt 1983 einen Dachreiter mit Marienglocke.
Ein Erbe des Weinbaus in Hitzendorf
Die Marktgemeinde Hitzendorf war historisch ein bekanntes Weinbaugebiet am Rande des Schilcherlandes. Auch in Stein gibt es noch kleine Weingärten, die von dieser Tradition zeugen. Eine spezielle Weißweinsorte, die „Österreich weiß“ genannt wird, wuchs in einem Weiler namens „Österreich“ im Gemeindegebiet. Diese Sorte war Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebter Tischwein am kaiserlichen Hof in Wien und wurde in einer kaiserlichen Empfehlung zusammen mit Weißburgunder und Sauvignon blanc erwähnt.
Leider verschwanden die Weingärten in Hitzendorf mit dem Aufkommen der Reblaus, einschließlich der Sorte „Österreich weiß“. Drei Stöcke dieser Sorte überlebten jedoch und wurden an die Weinbaufachschule nach Klosterneuburg überstellt. Fälschlicherweise wurden sie als Sylvaner etikettiert und landeten bei der Familie Gerdenits in Burgenland. In den 1980er Jahren stellte sich heraus, dass es sich um die ausgestorben geglaubte Sorte „Österreich weiß“ handelt. Seitdem baut die Familie Gerdenits diese Sorte auf rund einem halben Hektar an und verkauft sie unter dem Namen „Österr. Weiß“.
Die Zukunft des Weinbaus
Ilse Pötscher, die Kirchenwirtin von Hitzendorf, hat sich aktiv für die Wiederbelebung dieser Weinsorte eingesetzt. Es wurde sogar eine Exklusiv-Abnahme der gesamten Ernte mit der Familie Gerdenits vereinbart. Der Weißwein ist inzwischen in der Gastronomie in Hitzendorf erhältlich, auch beim Hitzendorfer Kirchenwirt.
Insgesamt zeigt die Weingartengrunderhebung, dass der österreichische Weinbau eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft spielt. Die Erhebungen liefern Informationen über Betriebsanzahl, Größenstruktur, Weinflächen, Rebsorten und das Alter der Rebstöcke. Zukünftig werden die Weinbaukataster auf INVEKOS-Basis umgestellt, um Verwaltungsdaten für alle Bundesländer zu nutzen. Die nächste Erhebung wird ab 2026 als Modul zur Agrarstrukturerhebung integriert.
Stein und die umliegende Region haben also nicht nur eine interessante Geschichte zu erzählen, sondern auch ein reichhaltiges Erbe im Weinbau, das es zu bewahren gilt. Für Weinliebhaber und Geschichtsinteressierte ist Stein ein Ort voller Entdeckungen.






