Die Kaufkraft der Steirerinnen und Steirer hat sich im Jahr 2024 erfreulich entwickelt. Laut Landesstatistik stiegen die Einkommen von unselbstständig Beschäftigten um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Preise nur um 2,9 Prozent zunahmen. Diese Entwicklung zeigt, dass die Kaufkraft langfristig steigt und die Einkommensanstiege die Preissteigerungen übertreffen. Seit 2005 haben sich die Nettojahreseinkommen in der Steiermark um 68,8 Prozent erhöht, während die Preise um 62,4 Prozent gestiegen sind. Dies bedeutet, dass die Menschen in der Steiermark mehr Geld in der Tasche haben, um ihren Lebensstandard zu sichern und zu verbessern. Quelle.

Im Jahr 2024 liegt der durchschnittliche Jahresbruttobezug in der Steiermark bei 43.412 Euro. Allerdings gibt es signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Männer verdienen durchschnittlich 51.664 Euro, während Frauen nur 34.122 Euro erhalten. Dies führt zu einem Gender-Pay-Gap, der in der Steiermark bei 34 Prozent liegt und somit über dem österreichischen Schnitt von 31,6 Prozent. Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen ist ein anhaltendes Problem, das in verschiedenen Altersgruppen und Regionen unterschiedlich ausgeprägt ist. Frauen unter 30 Jahren verdienen rund 20 Prozent weniger als Männer, ab 35 Jahren sogar bis zu einem Drittel weniger. Quelle.

Regionale und sektorale Einkommensunterschiede

Die höchsten Brutto-Jahreseinkommen finden sich im Bezirk Graz-Umgebung mit 49.095 Euro und im Bezirk Leoben mit 45.878 Euro. Im Gegensatz dazu sind die Einkommen in den Bezirken Liezen (39.301 Euro), Südoststeiermark (40.680 Euro) und Hartberg-Fürstenfeld (40.980 Euro) deutlich niedriger. Besonders hervorzuheben ist, dass die höchsten Einkommen in der Finanz- und Versicherungsbranche erzielt werden, gefolgt von der Energieversorgung und technischen Dienstleistungen. In den Bereichen Gastronomie, Landwirtschaft und privaten Haushalten hingegen sind die Einkommen am geringsten. Quelle.

Die Einkommenssteigerungen und die damit verbundene höhere Konsumquote könnten Österreich 2024 aus der Rezession geführt haben. Die Sparquote ist auf 11,7 Prozent gestiegen, was deutlich über dem EU-Schnitt von 8,4 Prozent liegt. Diese positive Entwicklung könnte durch die stabilen Einkommen und die geringeren Preissteigerungen gefördert worden sein.

Herausforderungen im Hinblick auf den Gender-Pay-Gap

Österreich zählt zu den EU-Ländern mit den größten geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden. Der Gender-Pay-Gap belief sich 2024 laut Eurostat auf 17,6 Prozent, während der EU-Durchschnitt bei 11,1 Prozent liegt. Eine Analyse der Statistik Austria zeigt, dass nur ein Drittel des Gender-Pay-Gap durch Merkmale wie Branche, Beruf, Alter und Arbeitszeitausmaß erklärbar ist. Zwei Drittel sind nicht statistisch erklärbar. Daher ist es notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, um gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit zu erreichen. Quelle.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind vielfältige Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören die Förderung der Karriereperspektiven von Frauen, insbesondere in MINT-Berufen, der Abbau von Hindernissen für Frauen bei Vollzeitstellen und die Verbesserung von Kinderbetreuungs- und Pflegeplätzen. Auch die Erhöhung der Väterbeteiligung spielt eine entscheidende Rolle. Initiativen zur Erhöhung der Einkommenstransparenz in Österreich sind ebenfalls wichtig, um geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede zu reduzieren und eine gerechtere Arbeitswelt zu schaffen.