Am Dienstagvormittag, dem 12.06.2025, erschütterte ein Amoklauf am BORG Dreierschützengasse in Graz die österreichische Öffentlichkeit. Ein 21-jähriger Ex-Schüler der Schule eröffnete das Feuer und tötete dabei neun Jugendliche sowie eine Lehrerin. Elf weitere Personen wurden verletzt, deren Zustand sich mittlerweile stabilisiert hat, wie Puls24 berichtet.
Der mutmaßliche Täter nahm sich nach den schrecklichen Taten in einer Toilettenanlage das Leben. Die Polizei hat den Vorfall bisher noch nicht offiziell als Amoklauf klassifiziert, da das Motiv unklar bleibt. Bekannt ist jedoch, dass der Täter eine Waffenbesitzkarte erworben hatte und mit einer Glock-Pistole, einer abgesägten Doppelflinte und einem Jagdmesser bewaffnet war. Er hatte die Waffen in seinem Rucksack in der Schultoilette verstaut und bereitete sich minutiös auf den Angriff vor, der sieben Minuten dauerte und wahllos auf Menschen im zweiten und dritten Stock abgefeuert wurde.
Der Täter und sein Hintergrund
Der 21-Jährige fiel bereits 2021 bei der psychischen Tauglichkeitsprüfung des österreichischen Bundesheers durch und wurde als psychisch untauglich eingestuft. Diese Information bestätigte ein Sprecher des Bundesheers, was jedoch die Ausübung seines Rechts auf einen Waffenerwerb nicht verhinderte: Zwar bestand er den psychologischen Eignungstest für den Waffenbesitz, dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Sicherheit dieser Überprüfungen, wie Tagesspiegel berichtet.
Der Täter war als introvertiert bekannt und lebte zurückgezogen. Er hatte eine Vorliebe für Ego-Shooter-Spiele und war vor der Tat nicht amtsbekannt, was die Frage aufwirft, welche Faktoren zu seinem gewaltsamen Ausbruch geführt haben könnten. Psychiater Paul Plener bringt Mobbing als mögliches Motiv ins Spiel und meint, dass Rache und Frust ebenfalls eine Rolle gespielt haben könnten. Er beschreibt, dass Männer oft weniger Hilfe bei psychischen Problemen suchen, was zu solch tragischen Vorfällen führen kann.
Reaktionen und Auswirkungen
Die schrecklichen Ereignisse haben in der gesamten Nation Trauer ausgelöst. Die österreichische Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen, und Angehörige sowie Betroffene erhalten Unterstützung über ein eigens eingerichtetes Callcenter. Unterdessen gelingt es den Sicherheitsbehörden nicht, das allgemeine Sicherheitsgefühl aufrechtzuerhalten: Berichte über drohende Gefahrensituationen an Schulen haben zu einer erhöhten Alarmbereitschaft bei der Spezialeinheit Cobra geführt.
Das Thema Waffenrecht wird in Österreich und darüber hinaus intensiv diskutiert. Während die Grünen und die Kommunisten eine Verschärfung des Waffengesetzes fordern, spricht sich die FPÖ gegen solche Maßnahmen aus. In Deutschland wird parallel dazu ein strengeres Waffenrecht gefordert. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands plädiert jedoch für eine bessere Betreuung von Schülern, statt zusätzliche Kontrollen an Schulen einzuführen, was die Debatte über den richtigen Weg zur Vermeidung künftiger Tragödien weitet.
Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass bei der Durchsuchung des Wohnorts des Täters eine nicht funktionstüchtige Rohrbombe gefunden wurde. Dies zeigt, dass der Amoklauf möglicherweise nicht nur impulsiv, sondern präzise geplant war. Während die Sicherheitslage in Österreich neu bewertet wird, bleibt die Frage bestehen, wie solche Tragödien in Zukunft verhindert werden können. Kurier widmet sich den Aspekten der psychologischen Betreuung und dem dringenden Bedarf an Schulpsychologen in Bildungseinrichtungen.