In Graz überschattete am 10. Juni 2025 ein tragischer Amoklauf das friedliche Stadtleben. Ein 21-jähriger Mann, identifiziert als Artur A., drang in ein örtliches Gymnasium ein und tötete dabei neun Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrerin. Es handelt sich hierbei um eine der schlimmsten Tragödien an einer österreichischen Schule, die nicht nur die betroffenen Familien, sondern die gesamte Gemeinschaft in Trauer stürzt. Der Täter verletzte darüber hinaus elf weitere Personen schwer, bevor er selbst aus dem Leben schied. Einem Bericht von Yahoo Nachrichten zufolge war Artur A. ein ehemaliger Schüler des angegriffenen Gymnasiums und lebte in Kalsdorf bei Graz. Das Motiv für seine Tat bleibt bisher unklar, und es gibt keine Hinweise auf Schwierigkeiten mit der Schule oder seinen Mitschülern.

Das ganze Ausmaß der Tragödie wurde jedoch noch durch eine Welle von Desinformation in sozialen Medien verschärft. Nach dem Vorfall wurde ein Facebook-Profil verbreitet, das fälschlicherweise dem Täter zugeordnet wurde. Wie Correctiv berichtet, handelt es sich bei dem Profilinhaber um einen unbeteiligten Fußballspieler namens Artur Avetisyan aus Leibnitz, der am Leben ist und sich in einem Video von der Tat distanziert hat. Avetisyan erklärte, dass die Falschinformationen nicht nur ihn, sondern auch seine Familie emotional stark belasten.

Verbreitung von Falschinformationen

Die Polizei hat mittlerweile bestätigt, dass Avetisyan nicht der Täter ist und dass der wahre Amokläufer aus dem Bezirk Graz-Umgebung stammt. Die verheerenden Auswirkungen dieser Fehlinformationen sind enorm. Avetisyan erhielt Morddrohungen und Hassnachrichten, die er zur Anzeige gebracht hat. Ein Sprecher der Landespolizeidirektion Steiermark wies darauf hin, dass fehlerhafte Informationen in sozialen Netzwerken problematisch sein können und dass Nutzer aufgefordert werden, Informationen aus verlässlichen Quellen zu überprüfen.

Die Verbreitung ungerechter Informationen ist kein neues Phänomen, wie ein Vergleich mit anderen Amokläufen zeigt. Im Fall des Amoklaufs an der Universität Heidelberg waren auch viele fehlerhafte Meldungen und Bilder im Umlauf, was die Polizeiarbeit erschwerte, wie Deutschlandfunk Kultur feststellt. Es wird eindringlich geraten, Informationen kritisch zu hinterfragen und offizielle Mitteilungen abzuwarten.

Die Rolle der sozialen Medien

In Zeiten von Social Media kann die Verbreitung von Nachrichten eine doppelte Klinge sein. Einerseits bieten Plattformen die Möglichkeit, Informationen schnell zu verbreiten, andererseits erhöht sich auch das Risiko von Gerüchten und Falschinformationen. Die Polizei sieht sich gezwungen, auf dieses Phänomen zu reagieren und betont die Wichtigkeit, Informationen sowohl schnell als auch korrekt zu kommunizieren. Die Herausforderungen, die sich dabei ergeben, sind nicht zu unterschätzen, denn oft ist das erste Echo aus der Bevölkerung eine Flut von Hinweisen, die ebenfalls verifiziert werden müssen.

Die Entwicklungen rund um diesen tragischen Vorfall in Graz verdeutlichen einmal mehr, wie wichtig eine verantwortungsbewusste Nutzung von sozialen Medien ist. Die lokalen Behörden arbeiten daran, die Sicherheit zu gewährleisten und desolate Gerüchte zu beseitigen, während die betroffenen Familien und die Schulgemeinschaft in einer Zeit des unermesslichen Schmerzes Trost suchen.