Die Flughafenhalle in Graz war vor kurzem wieder der pulsierende Mittelpunkt für karriereorientierte Jugendliche und Erwachsene. An zwei Tagen fand dort die Messe „Check-in die Zukunft“ statt, die in diesem Jahr bereits zum siebten Mal veranstaltet wurde. Mit 45 Ausstellungsständen, an denen sich zahlreiche Betriebe und weiterführende Schulen präsentierten, zog die Veranstaltung zahlreiche Interessierte an. Die Messe ist ein wichtiger Treffpunkt für die Fachkräftesituation in der Region GU6, die unter anderem Feldkirchen, Kalsdorf, Premstätten, Seiersberg-Pirka, Werndorf und Wundschuh umfasst. Hier suchen Jugendliche Lehrstellen und Erwachsene nach Jobs, was die Relevanz der Messe noch einmal unterstreicht.
Aktuell sind im Raum Graz und Graz-Umgebung 205 offene Lehrstellen beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet. Diese Zahl steht im Kontext einer auf 23.348 angestiegenen Arbeitslosigkeit in der Region, was einem Anstieg von 7% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das AMS Graz verzeichnet zudem 3.681 offene Stellen, während im Bezirk 540 Ausbildungsbetriebe etwa 1.500 Lehrlinge ausbilden. Die Messe wird als bedeutender Faktor für die berufliche Orientierung der Jugend angesehen, da sie den Jugendlichen die Möglichkeit bietet, neue Lehrberufe zu entdecken. So konnten die Besucher Berufe wie Entsorgungs- und Recyclingfachkraft, Oberflächentechnikerin, Facharbeiter Gartenbau und Installateur kennenlernen.
Ein Schaufenster der Möglichkeiten
Die Messe hat sich im Steirischen Zentralraum, wo etwa 500.000 Menschen leben, als fester Bestandteil der beruflichen Planung etabliert. Bei der Veranstaltung waren zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Bildung anwesend, darunter LR Stefan Hermann und Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner, die die Bedeutung von Bildung und beruflicher Orientierung betonten. Mario Fellner führte durch das Programm und sorgte dafür, dass die Besucher sich gut informiert und inspiriert fühlten.
Doch die Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt sind nicht zu unterschätzen. Trotz Tausender offener Lehrstellen suchen viele Jugendliche vergeblich nach passenden Ausbildungsplätzen. Diese Diskrepanz, auch bekannt als „Matching-Mismatch“, zeigt sich deutlich und wird von regionalen Bildungsmessen wie „Check-in die Zukunft“ angegangen. Solche Messen sind zentrale Instrumente zur Schließung dieser Lücke und zur Bindung von Talenten. Der persönliche Kontakt und der direkte Dialog zwischen Schülern und Unternehmensvertretern sind entscheidend, um den Jugendlichen Orientierung in der Vielzahl der Ausbildungswege zu bieten.
Die Zukunft der Berufsausbildung
Die große Nachfrage nach Standplätzen bei Messen wie dieser zeigt die Relevanz von Präsenzveranstaltungen in Zeiten von Digitalisierung und KI. Künftige Formate sollen hybride Ansätze verfolgen, um die Reichweite zu erhöhen und neue Berufsbilder zu präsentieren. Initiativen wie COACHING4FUTURE bringen MINT-Berufe durch praktische Experimente näher und bieten den Jugendlichen wertvolle Einblicke in moderne Berufsfelder und Bewerbungscoaching.
Die Region Graz-Umgebung und ihre Akteure nehmen die Herausforderung des Fachkräftemangels aktiv an. Die Messe „Check-in die Zukunft“ ist dabei ein wichtiger Schritt, um die Weichen für die berufliche Zukunft der Jugend zu stellen. Weitere Informationen zu dieser und ähnlichen Veranstaltungen finden Sie auf best-graz.at.
Für mehr Details über die Fachkräftesituation und die Rolle von Bildungsmessen können Sie auch den Artikel auf ad-hoc-news.de lesen.