Der Online-Supermarkt Alfies hat in den letzten Wochen eine bemerkenswerte Expansion angekündigt. Nach dem erfolgreichen Start in Wien und Graz, wo die Lieferung innerhalb von 60 Minuten erfolgt, wird das Liefergebiet nun auf weitere Regionen in Niederösterreich und der Steiermark ausgeweitet. Rund 250.000 Niederösterreicher und 200.000 Steirer können jetzt Lebensmittel bequem online bestellen und innerhalb von 120 bis 180 Minuten oder in einem gewünschten Zeitfenster von Montag bis Samstag geliefert bekommen. Dies ist ein bedeutender Schritt für den Online-Lebensmittelhandel in Österreich, der seit der Coronapandemie an Fahrt gewonnen hat.

In Niederösterreich erstreckt sich das neue Liefergebiet über mehrere Bezirke, darunter Mödling, Tulln, Korneuburg, Mistelbach, Gänserndorf und Bruck an der Leitha. Auch in der Steiermark wird das Liefergebiet rund um Graz ausgeweitet, von Deutschfeistritz im Norden bis Wildon im Süden und von Laßnitzhöhe im Osten bis St. Johann ob Hohenburg im Westen. Die Adressüberprüfung erfolgt dabei ohne Registrierung auf der Webseite von Alfies. Die Mindestbestellmenge liegt bei 25 Euro, ab einem Bestellwert von 45 Euro entfällt die Liefergebühr von 3,99 Euro.

Ein Blick auf den Online-Lebensmittelhandel

Die Expansion von Alfies fällt in eine Zeit, in der der Onlinehandel mit Lebensmitteln in Österreich einen Boom erlebt. Laut einer Studie stieg der Umsatz im Online-Lebensmittelhandel 2020 um 37,9 % im Vergleich zum Vorjahr, und für 2021 wird ein weiteres Wachstum von 12 % prognostiziert. Bis 2025 wird mit einem jährlichen Wachstum von etwa 5 % gerechnet. Trotz dieser positiven Entwicklung macht der Onlinehandel nur 2,5 % des gesamten Lebensmittelhandels in Österreich aus, was auf die Vorliebe der Kunden für die Qualität vor Ort und hohe Lieferkosten zurückzuführen ist.

Neuere Geschäftsmodelle im Lebensmittelbereich, wie Quick-Commerce-Unternehmen, haben ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Diese bieten schnelle Lieferungen und ziehen besonders jüngere Generationen an, die zunehmend online einkaufen und Apps nutzen. Blitzlieferdienste wachsen schnell und stellen eine Ergänzung zu traditionellen Supermärkten dar. Allerdings stehen kleinere Anbieter unter Druck durch aggressive Marktstrategien von VC-finanzierten Lieferdiensten und großen Konzernen wie Billa und Interspar.

Die Zukunft des Lebensmittelhandels

Um im digitalen Zeitalter konkurrenzfähig zu bleiben, müssen auch kleinere Einzelhändler ihre E-Commerce-Aktivitäten priorisieren und Omni-Channel-Lösungen ausbauen. Die Nutzung von Dark Stores zur Effizienzsteigerung im Online-Vertrieb könnte eine Möglichkeit sein, den Herausforderungen des Marktes zu begegnen. In diesem Kontext zeigt das Beispiel des nachhaltigen Blitzlieferdienstes NINJAS.jetzt in Salzburg, wie man schnelle Lieferung mit regionalen Produkten kombinieren kann. Angesichts der wachsenden Zahl von Online-Lebensmittelkäufern in Österreich, die 2020 um 26 % auf rund 730.000 stieg, ist es offensichtlich, dass der Lebensmitteleinzelhandel sich an digitale Trends anpassen muss.

Für Alfies, das 2025 sein 10-jähriges Bestehen in Wien feiert und seit 2024 auch in Zürich aktiv ist, stehen die nächsten Expansionspläne bereits fest. Linz und die angrenzenden Regionen Traun und Wels sowie Innsbruck stehen auf der Agenda. Mit einem Gewinn von rund 33 Millionen Euro im Jahr 2022 zeigt das Unternehmen, dass die Nachfrage nach Online-Lebensmitteln nicht nur vorhanden ist, sondern auch wächst. Weitere Informationen zu diesen Entwicklungen im Online-Lebensmittelhandel finden Sie in der Studie von PwC und den Einblicken zum Onlinehandel mit Lebensmitteln.