Die Feldkirchner Passionsspiele haben am 4. März 2023 mit einer umjubelten Premiere ihr 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Die Aufführungen im Pfarrsaal von Feldkirchen bei Graz sind bis zum 29. März zu sehen und versprechen, das Publikum in die biblische Geschichte vom Leiden Christi zu entführen. Die Premiere fand im Beisein zahlreicher prominenter Gäste statt, unter ihnen der Ortspfarrer Edmund Muhrer, der die Botschaft der Liebe Gottes in den Passionsspielen betonte. Schauspielpräsident Christoph Scharl, Vizebürgermeisterin Christa Modl und David Wilfling begrüßten die Anwesenden herzlich.
Besonders hervorzuheben ist die darstellerische Leistung von Bürgermeister Erich Gosch, der die Rolle des Kaiphas übernahm, während Martin Plank und Andreas Leitner abwechselnd die Hauptrolle als Jesus von Nazareth spielten – unter der Regie von Bernhard Böhmer. Die musikalische Begrüßung wurde von der Marktmusik Feldkirchen gestaltet. Zu den Gästen zählten unter anderem LH a.D. Hermann Schützenhöfer, NAbg. Ernst Gödl, BH Andreas Weitlaner sowie LR Stefan Hermann und LAbg. Robert Mörth. Eine Delegation aus der Partnerstadt Hennstedt reiste über 1.200 km an, angeführt von Bürgermeisterin Janina Laß, um dieses besondere Jubiläum zu feiern. Auch ein Bus aus St. Margarethen war vor Ort, um das 100-jährige Bestehen der Burgenländer Passionsspiele zu würdigen.
Ein starkes Gemeinschaftsprojekt
Die Passionsspiele in Feldkirchen wurden 1973 ins Leben gerufen und finden im Durchschnitt alle drei Jahre statt. In diesem Jahr sind insgesamt 13 Aufführungen bis Palmsonntag geplant. An der aktuellen Fassung der Passionsspiele sind beeindruckende 150 Personen im Alter von 3 bis 85 Jahren ehrenamtlich beteiligt. Diese breit gefächerte Beteiligung schafft eine intime Atmosphäre, die durch die über 200 Sitzplätze im Pfarrsaal zusätzlich verstärkt wird.
Die diesjährige Passionsgeschichte umfasst zwölf Akte und wird durch sieben Monologe ergänzt, die aktuelle Themen aufgreifen. Superintendent Wolfgang Rehner äußerte seinen Dank an die Mitwirkenden für deren Talente und Einsatz. Ein besonderes Augenmerk gilt auch dem katholischen Theologen Hans Perstling, der den Text der Passionsspiele 2015 bearbeitet hat, und dabei biblische Richtigkeit sowie die Einbeziehung der Jüngerinnen Jesu in den Vordergrund stellte. Der ehemalige Superintendent Hermann Miklas beschreibt die Aufführungen als tief berührend und hebt die biblische Authentizität der Texte hervor.
Ein Teil eines größeren Ganzen
Die Passionsspiele in Feldkirchen sind nicht nur lokal von Bedeutung, sondern auch Teil eines größeren kulturellen Netzwerks in Österreich. Feldkirchen ist einer von neun Passionsspielorten in Österreich und Mitglied der Europassion, die 80 Passionsspielorte in 16 Ländern vereint. Diese kulturelle Verbindung hat eine lange Tradition, die in den Anfängen der Passionsspiele in Österreich verwurzelt ist. Ein Beispiel hierfür sind die Passionsspiele in St. Margarethen, die seit 1961 alle fünf Jahre auf einer Freilichtbühne stattfinden und 2026 ihr 100-jähriges Jubiläum feiern werden.
Die Passionsspiele in Feldkirchen, wie auch in St. Margarethen, zeichnen sich durch die theatrale Darstellung der biblischen Geschichte unter freiem Himmel aus und werden von Laienspieler:innen aus verschiedenen Alters- und Berufsschichten aufgeführt. Solche Gemeinschaftsprojekte stärken das kulturelle Miteinander und bieten den Mitwirkenden und Zuschauern die Möglichkeit, sich mit den Werten und Themen der Passion auseinanderzusetzen. Weitere Informationen zu den Aufführungen finden Sie in den verlinkten Quellen: MeinBezirk und Evang.at.