Am Montagnachmittag kam es auf einer Zugverbindung von Graz nach Leibnitz zu einem bedrohlichen Vorfall, der die Sicherheit von Bahnmitarbeitern in den Fokus rückt. Ein 41-jähriger Mann, der als Slowake identifiziert wurde, bedrohte zwei Zugbegleiter, wobei eine Zugbegleiterin schwer verletzt wurde. Diese Vorfälle werfen ein grelles Licht auf die zunehmende Gewalt gegen Bahnpersonal, ein Thema, das immer dringlicher wird.
Der 41-Jährige und sein 33-jähriger Begleiter hatten am Mittag in Graz in den Zug eingestiegen, jedoch keinen gültigen Fahrschein vorzuweisen. Der 32-jährige Zugbegleiter forderte die beiden auf, den Fahrpreis zu bezahlen oder den Zug bei der nächsten Haltestelle zu verlassen. Dies geschah an einer Haltestelle in Graz-Puntigam, wo beide Männer den Zug verließen. Doch das war nicht das Ende des Problems. Rund zwei Stunden später, gegen 14:00 Uhr, versuchten die Männer, am Bahnhof Hengsberg erneut einzusteigen. Die 52-jährige Zugbegleiterin erkannte sie und verweigerte ihnen den Zutritt, da sie weiterhin keinen gültigen Fahrschein hatten.
Der Übergriff und die Folgen
In einem unvorstellbaren Wendepunkt attackierte der 41-Jährige die Zugbegleiterin körperlich, was zu einer schweren Beinverletzung führte. Die Verletzte wurde ins LKH Südsteiermark nach Wagna gebracht, während ihre Angreifer in Panik zu Fuß vom Bahnhof flohen. Eine umfassende Fahndung wurde eingeleitet, an der zahlreiche Polizeistreifen beteiligt waren. Eine Zivilstreife der Polizeiinspektion Wildon entdeckte die beiden Männer schließlich auf einem Hochsitz, etwa 150 Meter vom Bahnhof entfernt. Beide waren alkoholisiert, jedoch lag gegen den 33-Jährigen kein konkreter Tatverdacht vor.
Der 41-Jährige wurde festgenommen und ins Polizeianhaltezentrum Graz gebracht, wo er sich nicht zu den Vorwürfen äußerte. Die Staatsanwaltschaft Graz ordnete an, dass der Festgenommene vorerst auf freiem Fuß bleibt, während das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) seine Festnahme aufgrund fremdenrechtlicher Bestimmungen verfügte.
Hintergrund der Gewalt gegen Bahnmitarbeiter
Die Gewalt gegen Zugbegleiter und andere Mitarbeiter im öffentlichen Dienst ist ein alarmierendes Phänomen. Laut dem Gewaltforscher Jonas Rees sind Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe für viele Bahnmitarbeiter Alltag, insbesondere bei Fahrscheinkontrollen. Im vergangenen Jahr wurden 2.987 Bahnmitarbeiter Opfer von Straftaten, was im Durchschnitt fünf körperliche Angriffe und vier Bedrohungen pro Tag bedeutet. Die Gesellschaft scheint sich in einem „dauergestressten Krisenmodus“ zu befinden, was möglicherweise zu einem Anstieg von Gewalt führt.
Nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz sind die Menschen in Deutschland geschockt. Fahrgäste beteiligten sich an einer bundesweiten Schweigeminute und forderten Konsequenzen sowie besseren Schutz für das Zugpersonal. Der Anstieg der Gewalt ist besorgniserregend und erfordert dringende Maßnahmen, darunter die Bereitstellung von abschließbaren Rückzugsräumen in Zügen und mehr Personal, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.
Die Vorfälle in der Steiermark sind ein weiterer alarmierender Hinweis darauf, dass die Sicherheit von Bahnmitarbeitern nicht länger ignoriert werden kann. Die Diskussion über geeignete Schutzmaßnahmen und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema muss jetzt intensiver geführt werden. Es ist an der Zeit, dass die Verantwortlichen handeln und die Sicherheit der Mitarbeiter in den Vordergrund stellen.
Für weitere Details zu diesem Vorfall siehe die Berichterstattung in der Zeitung der Arbeit und bei Heute.at.
Die Debatte über die Sicherheit im öffentlichen Verkehr wird durch solche Vorfälle nur noch verstärkt. Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit bald greifen werden, um das Risiko solcher Angriffe für die Zukunft zu minimieren.