Im AndersOrt Haus der Frauen in St. Johann bei Herberstein wurde am 12. Juni 2025 eine neue Ausstellung mit der Künstlerin Waltraud Degen eröffnet. Unter dem Titel „Die Schönheit der Vergänglichkeit“ präsentiert die Fotografin eindrucksvolle Werke, die besonders Blumen – darunter Pfingstrosen, Tulpen und Ranunkeln – in ihren verschiedenen Lebensphasen darstellen. Diese Ausstellung ist eine Hommage an die Vergänglichkeit und läuft bis Ende September 2025, sodass Kunstliebhaber genügend Zeit haben, die Fotografien zu bewundern.

Sabine Gollmann, die Leiterin des Hauses, eröffnete die Vernissage und erklärte die Inspiration, die Degen aus ihrem ersten Aufenthalt im Jahr 2023 schöpfte, um diese Werke genau hier zu zeigen. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Stefan Wedam, der mit seinen Eigenkompositionen auf Cello und Gitarre für eine passende Atmosphäre sorgte. Auch ein Künstlerinnengespräch mit Gabriele Schliesser, einer Freundin und Wegbegleiterin von Waltraud Degen, fand großen Anklang bei den Besuchern.

Die Idee der Vergänglichkeit

Waltraud Degen beschreibt ihr Schaffen als Bemühung, die zeitliche Entwicklung und Schönheit der Blüten in den Vordergrund zu rücken. In einer Welt, die häufig vom Streben nach Dauer und Beständigkeit geprägt ist, laden ihre Fotografien dazu ein, den Blick auf die Vergänglichkeit zu richten. „Es ist wichtig, die verschiedenen Lebensphasen zu akzeptieren und die Schönheit in jedem Alter zu erkennen“, sagt Degen.

Diese Gedanken zur Vergänglichkeit sind nicht nur in Degens Arbeiten präsent, sondern finden sich auch in anderen zeitgenössischen Ausstellungen wieder. So thematisiert die Ausstellung „Moment.Monument“ im Kunst Museum Winterthur, die weniger mit traditionellen Skulpturen, sondern vielmehr mit dem Prozess des Werdens und Vergehens spielt, vergleichbare Konzepte. Hier werden siebzehn internationale Künstlerpositionen präsentiert, die sich mit der Beziehung zwischen Dauer und Vergänglichkeit auseinandersetzen. Laut kultur-online.net ist der Begriff „Monument“ eng mit Erinnerung und dem menschlichen Bedürfnis, Spuren zu hinterlassen, verwoben.

Über den Tellerrand schauen

Beispielsweise beleuchtet die Ausstellung „Was bleibt – Quello che rimane“ von Ariel Trettel in Bozen ähnliche Themen und fragt, was von alten Traditionen und Kulturen übrig bleibt. Hier wird der Bezug zu kunsthistorischen Werkzeugen sowie zur zeitgenössischen Musik gezogen, was die Brücke zwischen verschiedenen Kunstformen und deren gemeinsamen Fragestellungen schlägt. Der Soundtrack zum Projekt wurde bereits im August 2024 veröffentlicht und spiegelt die Auseinandersetzung mit dem Vergehen wider. Lesen Sie mehr darüber auf franzmagazine.com.

Insgesamt lädt die aktuelle Ausstellung im AndersOrt Haus der Frauen dazu ein, über den eigenen Umgang mit Vergänglichkeit nachzudenken. Ein großes Dankeschön geht an Gerlinde Witlatschil, die sich ehrenamtlich um die Organisation der Ausstellungen kümmert und den Kontakt zu den Künstlerinnen herstellt. Für alle, die an der Vernissage interessiert sind oder mehr Informationen zur Ausstellung wünschen, stehen die Mitarbeiter:innen des AndersOrt gerne zur Verfügung: kontakt@hausderfrauen.at oder telefonisch unter +43 (0)3113/2207.