In der heutigen Zeit, wo Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen Einzug gehalten hat, stehen vor allem ältere Menschen oft vor großen Herausforderungen. Viele fühlen sich im Gesundheits- und Behördenbereich durch die rasante Entwicklung im Stich gelassen. Vor diesem Hintergrund engagieren sich der „Club der Senatoren“ und der Seniorenbund im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, um den digitalen Dialog zu fördern und Unterstützung anzubieten. Ehemalige Bürgermeister und Abgeordnete diskutieren die Herausforderungen der Digitalisierung für Senioren und suchen nach Lösungen, um diese Barrieren abzubauen.
Landtagsabgeordneter a.D. Hubert Lang hebt hervor, dass Digitalisierung ein wichtiges Werkzeug zur Förderung der Selbstständigkeit sein sollte. Insbesondere wenn die körperliche Mobilität nachlässt, können digitale Lösungen helfen, etwa bei Behördengängen oder Bankgeschäften. Die Obmänner des Seniorenbundes, Gerald Maier und Heinrich Novak, erkennen jedoch auch psychologische Hürden, die viele Senioren daran hindern, sich mit digitalen Technologien auseinanderzusetzen. Um diese Hürden abzubauen, nutzt der Seniorenbund das Bundesangebot „Digital überall“ für kostenlose Schulungen zu digitalen Themen. Cyber-Security spielt dabei eine zentrale Rolle, um Senioren vor Fake News und Betrug zu schützen.
Digitale Bildung als Schlüssel
Die Schwierigkeiten, die viele Senioren bei Arztbesuchen und Behördengängen erleben, sind nicht zu unterschätzen. Oftmals berichten sie von Problemen beim Online-Buchen von Terminen oder bei der Nutzung von ID Austria. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, streben die Akteure im Bezirk Kooperationen mit lokalen Organisationen an, um den Umgang mit digitalen Tools zu schulen. ÖVP-Bezirksobmann Lukas Schnitzer fordert zudem barrierefreie Anwendungen und analoge Zugänge für alle Generationen, damit niemand zurückgelassen wird. Heinrich Novak betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung des menschlichen Elements und die Wichtigkeit der Zeit, die man füreinander hat.
Die Initiative „Digital überall“ hat bereits über 43.000 Menschen die Möglichkeit gegeben, an kostenlosen Workshops teilzunehmen, die sich auf digitale Alltagskompetenzen und Künstliche Intelligenz konzentrieren. Die hohe Zufriedenheit der Teilnehmenden zeigt, dass es einen realen Bedarf an digitaler Bildung gibt. Viele Gemeinden sind aktive Partner dieser Initiative und bringen digitale Bildung direkt vor Ort zu den Menschen. Dennoch ist die digitale Kompetenzoffensive mehr denn je notwendig, da mehr als ein Drittel der österreichischen Bevölkerung nicht über ausreichende digitale Grundkenntnisse verfügt. Zudem haben drei Viertel der Bevölkerung nur wenig bis keine Kenntnisse über Künstliche Intelligenz.
Ein Blick in die Zukunft
Die Herausforderungen der Digitalisierung sind also vielfältig und erfordern ein gemeinsames Handeln. Bis 2030 wird ein zusätzlicher Bedarf von rund 38.600 IKT-Fachkräften in Österreich erwartet. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, nicht nur ältere Menschen, sondern auch die gesamte Bevölkerung auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Die Initiativen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld zeigen, dass man nicht allein ist auf diesem Weg. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die alle Generationen betrifft und an der jeder Einzelne mitwirken kann.