In Fürstenfeldbruck sorgt eine bevorstehende Erhöhung der Mietpreise im Veranstaltungsforum für hitzige Debatten. Nach zwei Jahren werden die Tarife um rund zehn Prozent angehoben, ein Schritt, der im Kultur- und Werkausschuss von Geschäftsführer Norbert Leinweber vorgestellt wurde. Die neue Regelung betrifft zwei Tarifgruppen: Tarif A, der für Vereine, Parteien und Institutionen der Stadt ermäßigt ist, und Tarif B, der für alle anderen gilt. Während Tarif B ohne Widerstand angenommen wurde, gab es bei Tarif A eine Abstimmung mit 8:5 Ja-Stimmen, doch das endgültige Urteil liegt beim Stadtrat. Die Details der Diskussion sind auf der Webseite von Merkur nachzulesen.
Besonders kritisch wird die Erhöhung von Vereinsvertretern gesehen. Markus Droth von der Freien Wähler plädierte dafür, die Erhöhung für Vereine nicht auf die vollen zehn Prozent anzuheben. Leinweber stellte jedoch klar, dass die Gebühren für Vereine bereits unter den tatsächlichen Kosten lägen. Walter Schwarz von der SPD unterstrich die Verantwortung der Stadt für die Vereinsförderung, während Peter Glockzin von den Freien Wählern auf die kostenlose Unterstützung von Vereinen in Germering hinwies. Leinweber entgegnete, dass Fürstenfeldbruck das Defizit von Germering nicht übernehmen könne. Auch Klaus Wollenberg von der FDP kritisierte die ständigen Diskussionen und forderte eine angemessene Bezahlung für Qualität.
Erhöhung der Kosten und deren Gründe
Die Debatte um die Mietkosten wurde zusätzlich durch eine Klage der Brucker Heimatgilde angestoßen. Diese hatte für ein viertägiges Weinfest 16.800 Euro zahlen müssen, was im Vergleich zu 8.900 Euro im Jahr 2019 eine drastische Erhöhung darstellt. Geschäftsführer Leinweber wies darauf hin, dass die Stromkosten von 500 auf rund 3.250 Euro gestiegen seien, was die Preisgestaltung beeinflusse. Er betonte, dass das Veranstaltungsforum mit „Augenmaß“ agiere und die Vereine dabei berücksichtigt werden müssten.
In diesem Kontext äußerte der zweite Bürgermeister Christian Stangl von den Grünen, dass ein höheres Defizit im Veranstaltungsforum vermieden werden solle. Stangl verwies darauf, dass mehr als 40 Vereine die Räumlichkeiten im ehemaligen Kloster nutzen. Wollenberg kritisierte die „unberechtigte und harte Kritik“ am Veranstaltungsforum und forderte eine Überarbeitung der Bezahlungsrichtlinien, um ein einheitliches Tarifmodell zu schaffen. Dies könnte die Unterstützung der Vereine durch die Stadt erleichtern und gleichzeitig das finanzielle Gleichgewicht der Stadt wahren.
Vereinsförderung und kommunale Verantwortung
Die Diskussion um die Gebührenerhöhung wirft auch größere Fragen zur Vereinsförderung auf. In vielen Kommunen werden gemeinnützige Vereine finanziell oder materiell unterstützt. In Fürstenfeldbruck könnte eine Überarbeitung der Richtlinien zur Vereinsförderung notwendig sein, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Vereine gerecht zu werden. Die Stadt hat für die Jahre 2024 und 2025 die Investitionszuschüsse in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt, um zu sparen, was die Situation weiter kompliziert.
Die neue Richtlinie, die kürzlich vom Kultur- und Werkausschuss ohne Gegenstimme genehmigt wurde, sieht vor, dass Vereine maximal fünf Veranstaltungstage pro Jahr Zuschüsse erhalten können. Dazu gehört auch ein Mietkostenzuschuss für den Stadtsaalhof. Die Anpassungen zielen darauf ab, die Unterstützung für Vereine zu optimieren und gleichzeitig die finanziellen Belastungen für die Stadt zu reduzieren. Die Fragen zu den Richtlinien und der Förderung von Vereinen sind nicht nur für die Stadt Fürstenfeldbruck von Bedeutung, sondern spiegeln auch ein übergeordnetes Thema wider: die Verantwortung von Kommunen gegenüber ihren Vereinen und deren Förderung.
Für weitere Informationen zur Vereinsförderung und den finanziellen Rahmenbedingungen empfiehlt sich ein Blick auf die Ausführungen von Steuerzahler.de, die auf die verschiedenen Aspekte und Herausforderungen eingehen.





