In Graz, Steiermark, hat sich ein erfreuliches Ereignis für Naturfreunde und Vogelbeobachter zugetragen. In Andritz sind drei Jungstörche geschlüpft, und zwar im einzigen Storchenhorst der Region. Diese erfreuliche Nachricht wurde von der Kleine Zeitung bekanntgegeben. Der Nachwuchs ist zwar etwas später als üblich angekommen, was möglicherweise auf eine nahegelegene Baustelle für den Hochwasserschutz zurückzuführen ist, doch die Freude über die Küken ist groß.
Einen neuen Horst gibt es ebenfalls zu vermelden. Dieser wurde Anfang Mai auf dem Privatgrundstück der Familie Gassner in der Ragnitz errichtet. Ein Storch hat bereits Interesse an diesem neuen Zuhause gezeigt, allerdings ist es für dieses Jahr zu spät, um dort noch zu brüten. Für die kommende Saison ist geplant, eine Storchencam zu installieren, die es ermöglichen wird, das Aufwachsen der Küken live zu beobachten.
Küken mit Namen und Schicksal
Das erste Küken aus Andritz trägt den Namen „Kurt“, der zu Ehren des Stadtrats Kurt Hohensinner vergeben wurde, der als Pate fungiert. In der Zwischenzeit wurden in anderen Regionen, etwa in Gratwein-Straßengel und Frohnleiten, einige Küken zur Storchenstation Tillmitsch gebracht, da sie sich nicht optimal entwickelten. In Frohnleiten konnten zwei der fünf Küken und eines von vier in Gratwein gerettet werden, und sie zeigen mittlerweile erfreulich gute Fortschritte. Diese Küken sollen in etwa zwei Wochen beringt und anschließend ausgewildert werden.
Störche in ganz Österreich und darüber hinaus
Das Thema der Störche ist nicht nur auf Österreich beschränkt, auch in Deutschland gibt es interessante Entwicklungen. Ein Storchennest in Hamm wird beispielsweise 24 Stunden am Tag per Webcam live gestreamt, wie die Lippe Welle berichtet. Dies gibt Interessierten die Möglichkeit, den Lebensalltag der Störche hautnah zu verfolgen.
Die Bestandsentwicklung der Störche zeigt eine positive Artenschutzgeschichte. In der Vergangenheit war der Weißstorch in Deutschland stark gefährdet, doch durch gezielte Schutz- und Zuchtprogramme konnte sich der Bestand erholen. Das National Geographic hebt hervor, dass 2024 deutschlandweit 13.266 Brutpaare gemeldet wurden, was einen Rekord darstellt. Störche erfreuen sich also nicht nur über ein neues Zuhause in Graz, sondern auch insgesamt über ein Comeback in unseren Breiten.
Insgesamt können wir gespannt auf die weiteren Entwicklungen in Andritz und anderswo blicken. Die Natur bleibt ein faszinierendes und lebendiges Thema, das uns immer wieder überrascht.