In der Steiermark gibt es einen rasant steigenden Bedarf an qualifizierten Pflegekräften. Bis zum Jahr 2030 werden schätzungsweise 12.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt, um die wachsende Zahl an älteren und pflegebedürftigen Menschen adäquat betreuen zu können. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wurde die Steirische Pflegestiftung ins Leben gerufen, die arbeitslose Frauen und Männer im Bezirk Deutschlandsberg unterstützt. Diese Initiative wird durch das AMS Steiermark und das Land Steiermark finanziert und bietet eine duale Ausbildung als Heimhilfe oder Pflegeassistent an.
Das Kernstück dieser Ausbildung ist die Kombination aus Praxis und Theorie, wobei die Teilnehmer von Beginn an in den Ausbildungsbetrieb eingebunden sind. Ziel dieser Maßnahme ist die Sicherung der Betreuungsqualität für hochbetagte und pflegebedürftige Menschen. Ein Job-Info-Tag am 3. März in der Kirschallee in Deutschlandsberg bietet Interessierten die Möglichkeit, die verschiedenen Tätigkeitsbereiche kennenzulernen und sich über die angebotenen Ausbildungen zu informieren. Viele der ausgebildeten Pflegekräfte bleiben in ihren Ausbildungsbetrieben oder qualifizieren sich weiter, was für die Region von großer Bedeutung ist. Für Interessierte stehen die Kontaktinformationen der zam Regionalstelle Deutschlandsberg zur Verfügung: 03462/5140, eva-maria.leitner@zam-steiermark.at.
Der Weg zur Pflegekraft
Die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern in der mobilen und stationären Pflege ist hoch und wird auch in den kommenden Jahren anhalten. Um rund 50% des zusätzlichen Personalbedarfs abzudecken, wurde die Pflege-Stiftung gegründet. Im Vorjahr einigten sich Land und Pflegeheimbetreiber auf einen Personalausbau, der bereits erste Früchte trägt. Aktuell starten 235 Teilnehmer in die Ausbildungen der Pflege-Stiftung, mit dem Ziel, bis zu 500 Absolventen zu erreichen.
Die Gesamtkosten der Stiftung belaufen sich auf etwa 2,8 Millionen Euro, die durch Unternehmen, das Land und das AMS finanziert werden. Ein wichtiges Ziel ist es, arbeitslosen Menschen eine Ausbildung und Jobgarantie im Pflegebereich zu ermöglichen. Aktuell besteht ein Bedarf von 70 Heimhilfen und ca. 400 Pflegeassistenten in der Steiermark, den die Pflege-Stiftung zu decken versucht. Die Landesregierung plant zudem, bis 2020 weitere 800 Dienstposten in der stationären Langzeitpflege zu schaffen.
Attraktives Berufsfeld Pflege
Das Image des Pflegeberufs hat sich in den letzten Jahren gewandelt und wird mittlerweile als attraktives Berufsfeld wahrgenommen. Die Ausbildung in der Pflege umfasst nicht nur die grundlegenden Kenntnisse, sondern auch spezielle Zusatzausbildungen, die für unterschiedliche Arbeitsbereiche erforderlich sind. So bietet das LKH Weiz verschiedene Sonderausbildungen an, wie beispielsweise in der Intensivpflege oder Anästhesiepflege. Diese Bereiche erfordern ein hohes Maß an Fachwissen und Teamarbeit, insbesondere im Operationssaal.
Die Aus- und Weiterbildungsangebote der KAGes in Kooperation mit der Medizinischen Universität Graz erweitern das Spektrum für angehende Pflegekräfte und ermöglichen eine fundierte Ausbildung, die den aktuellen Anforderungen des Gesundheitssektors gerecht wird. Die Möglichkeit, bereits vor der Ausbildung ein einwöchiges Praktikum zu absolvieren, erleichtert den Einstieg für arbeitsuchende Personen und bietet einen wertvollen ersten Einblick in den Pflegeberuf.
Insgesamt zeigt sich, dass die Steiermark mit der Steirischen Pflegestiftung und den verschiedenen Ausbildungsangeboten gut aufgestellt ist, um den steigenden Bedarf an Pflegekräften zu decken und gleichzeitig arbeitslosen Menschen neue berufliche Perspektiven zu bieten. Die Initiative trägt somit nicht nur zur Verbesserung der Betreuungsqualität bei, sondern stärkt auch die lokale Wirtschaft und Gesellschaft.