Im Bezirk Deutschlandsberg, wo mehr als 61.000 Menschen leben, ist die medizinische Versorgung ein zentrales Thema. Trotz dieser hohen Einwohnerzahl gibt es hier eine eklatante Lücke in der bildgebenden Diagnostik: Weder ein extramuraler Computertomograf (CT) noch ein Magnetresonanztomograf (MRT) sind vorhanden. Dies macht Deutschlandsberg zum einzigen Bezirk in der Steiermark, der ohne diese wichtigen Diagnosemöglichkeiten dasteht. In einer Zeit, in der moderne Medizin auf präzise Diagnosen angewiesen ist, stellt dies eine große Herausforderung dar.
Um dieser Situation entgegenzuwirken, hat das Diagnostikum Deutschlandsberg eine Petition ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, die Aufnahme eines extramuralen CT und MRT in den regionalen Strukturplan Gesundheit der Steiermark zu erreichen. Die Petition fordert nicht nur eine wohnortnahe medizinische Versorgung, sondern auch kürzere Wartezeiten und bessere Tarife für die Bewohner. Bisher haben über 3.000 Menschen ihre Unterschrift geleistet, und das Ziel sind insgesamt 6.000 Unterschriften. Die Teilnahme an der Petition ist bis zum 28. Februar möglich. Wer sich beteiligen möchte, kann dies unter diesem Link tun.
Die Notwendigkeit einer wohnortnahen Versorgung
Die fehlende bildgebende Diagnostik hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung im Bezirk. Lange Anfahrtswege zu den nächsten Einrichtungen, verzögerte Diagnosen und ein erschwerter Zugang zu medizinischen Leistungen sind die Folge. Gerade vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke sind häufig auf diese Diagnostik angewiesen. Eine wohnortnahe Versorgung könnte nicht nur die medizinische Sicherheit erhöhen, sondern auch einen schnelleren Therapiebeginn ermöglichen.
Durch die doppelte Verstärkung des Personals im Diagnostikum Deutschlandsberg und die hohe Nachfrage nach Untersuchungen seit der Eröffnung zeigt sich, dass eine echte Notwendigkeit für diese Ausstattung besteht. Derzeit können Leistungen nur privat abgerechnet werden, was eine finanzielle Belastung für viele Familien bedeutet. Eine Eintragung in den regionalen Strukturplan würde zudem eine Verrechnung auf Wahlarztbasis ermöglichen und somit den Zugang zu moderner Diagnostik gerechter gestalten.
Gesundheitsversorgung in der Steiermark
Der Steirische Gesundheitsplan 2035, der 2016 ins Leben gerufen wurde, hat das Ziel, ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem für die Zukunft zu sichern. Im Rahmen dieses Plans wird die Gesundheitsversorgung näher an die Menschen gerückt. Bis 2035 sollen schrittweise Gesundheitszentren in der Steiermark errichtet werden, die als Ergänzung zu Haus- und Fachärzt*innen dienen und auch an Wochenenden erreichbar sind. Dies zeigt, dass der Fokus auf einer flächendeckenden medizinischen Versorgung liegt, die auch der demografischen Entwicklung Rechnung trägt. Weitere Informationen sind unter diesem Link zu finden.
Die Petition des Diagnostikums Deutschlandsberg ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die medizinische Versorgung im Bezirk zu verbessern und eine Gleichbehandlung in der Gesundheitsversorgung zu fordern. Es bleibt zu hoffen, dass die Stimmen der Bevölkerung Gehör finden und die notwendigen Schritte eingeleitet werden, um die medizinische Infrastruktur in Deutschlandsberg nachhaltig zu stärken.