In Deutschlandsberg gibt es frischen Wind in der Landwirtschaft, denn Margret Schmitt wurde zur neuen Bezirksbäuerin gewählt. Die gebürtige Gleisdorferin führt mit ihrem Mann eine Vollerwerbslandwirtschaft, den Bauernhof Schmitt vlg. Fürßl, und hat große Pläne für die Zukunft. Schmitt möchte ein Netzwerktreffen mit Frauen aus der Wirtschaft ins Leben rufen, um den gegenseitigen Nutzen zu fördern und das Selbstwertgefühl von Landwirtinnen zu stärken. Diese Initiative betont die Bedeutung der Bildung und der Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft, einem Bereich, in dem die Sichtbarkeit ihrer Leistungen oft zu kurz kommt. Ein zentrales Anliegen von Schmitt ist es, das Bewusstsein für die Lebensmittelproduktion zu schärfen, da viele Konsumenten den Bezug zu den Ursprung ihrer Nahrungsmittel verloren haben. Zudem lehnt sie Laborfleisch ab und setzt sich für einen respektvollen Umgang mit der Natur und den Nutztieren ein. Mehr Informationen finden Sie in ihrer Vorstellung auf Kleine Zeitung.

Die Wahl der Bezirksbäuerin fand in Groß St. Florian statt und wurde von zahlreichen Bäuerinnen aus dem Bezirk besucht. Margret Schmitt tritt die Nachfolge von Angelika Wechtitsch an, die nach zehn Jahren ihr Amt übergibt. Ihre Stellvertreterin ist Martina Eberhardt aus Deutschlandsberg. Diese Wahl unterstreicht die wichtige Rolle der Bäuerinnen in der Landwirtschaft und ihr Engagement in Bereichen wie Bildung, Vermarktung und Nachhaltigkeit. Die Veranstaltung wurde von Ehrengästen wie Andrea Muster, der Landesgeschäftsführerin der Bäuerinnen, und weiteren Vertretern der Landwirtschaftskammer begleitet. Zukünftig möchte Schmitt insbesondere die regionale Wertschöpfung und die Stärkung der Direktvermarktung in den Fokus rücken. Zudem plant sie, das Bewusstsein für heimische Lebensmittel zu fördern und junge Bäuerinnen zu unterstützen. Die Rolle der Bezirksbäuerin als Schnittstelle zwischen landwirtschaftlichen Familien, Landwirtschaftskammer und Öffentlichkeit wird dabei immer bedeutender. Weitere Einzelheiten zur Wahl und den Zielen finden Sie in dem Artikel auf Mein Bezirk.

Die Herausforderungen der Bäuerinnen

Die Herausforderungen, vor denen Frauen in der Landwirtschaft stehen, sind umfangreich und vielfältig. Eine deutschlandweite Studie, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, untersucht die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben. Diese Studie zeigt, dass Frauen nicht nur als Betriebsleiterinnen oder Geschäftsführerinnen agieren, sondern auch in vielen anderen Rollen innerhalb ihrer Betriebe tätig sind. Allerdings ist die Gleichstellung der Geschlechter in der Landwirtschaft noch nicht erreicht. Es gibt jedoch positive Tendenzen, wie die steigende Anzahl an weiblichen Hofnachfolgerinnen und selbstständigen Betrieben.

Die Ergebnisse der Studie geben klare Handlungsempfehlungen, darunter spezielle Lehrgänge und Mentoring-Programme für Hofnachfolgerinnen. Auch die Verbesserung der Arbeitssituation sowie eine frühzeitige soziale Absicherung für Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben sind essentielle Punkte. Zudem muss die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt stärker in den Fokus gerückt werden. Eine gute öffentliche Infrastruktur und qualifizierte Arbeitsplätze im ländlichen Raum sind außerdem notwendig. Der vollständige Bericht sowie die Ergebnisse sind in einer Fotobroschüre zusammengefasst, die die Stimmen und Geschichten von 15 Frauen aus verschiedenen Regionen beleuchtet. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter BMEL.