Am 8. März wird weltweit der Internationale Frauentag gefeiert, ein Tag, der an die Notwendigkeit erinnert, Gleichberechtigung als fundamentales Menschenrecht zu fördern. Besonders im Bezirk Deutschlandsberg gibt es viele inspirierende Frauen, die sich für die Rechte und die Gleichstellung von Frauen einsetzen. In diesem Artikel stellen wir einige dieser bemerkenswerten Persönlichkeiten vor und beleuchten ihre Ansichten und Wünsche für eine gerechtere Zukunft.

Doris Bund ist seit vier Jahren Bezirkshauptfrau von Deutschlandsberg und die zweite Frau in dieser Position nach Ingrid Klug-Funovits, die 1989 das Amt übernommen hat. Sie betont die Bedeutung von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit für Frauen und wünscht sich mehr Respekt und Sicherheit. Ihre Rolle unterstreicht die Notwendigkeit von weiblicher Präsenz in Führungspositionen.

Ein weiteres Beispiel ist Maria Skazel, die einzige Bürgermeisterin im Bezirk in St. Peter im Sulmtal. Sie ist auch Obfrau des Gemeindebunds und definiert das Frau-Sein als Ausdruck von Vielfalt und Stärke. Ihr Ziel ist es, echte Gleichberechtigung im Alltag zu erreichen, was in vielen Lebensbereichen nach wie vor eine Herausforderung darstellt.

Engagement für Gleichstellung

Astrid Kniendl leitet die Frauen- und Mädchenberatungsstelle „akzente“ und setzt sich aktiv mit den strukturellen Benachteiligungen von Frauen auseinander. Sie wünscht sich eine Wahlfreiheit und eine gerechte Verteilung von Sorge-Arbeit, da diese Themen oft im Schatten der Gleichheitsdebatte stehen. Ingrid Konrad, Präsidentin des Soroptimist International Club Deutschlandsberg, betont die Wichtigkeit von Zivilcourage und Engagement für Frauenrechte.

Die junge Winzerin Sophie Friedrich, ehemalige steirische Weinkönigin, hebt die Bedeutung von Gemeinschaft und Solidarität unter Frauen hervor. Ihr Wunsch nach Chancengleichheit für alle Frauen spiegelt die anhaltenden Herausforderungen wider, denen Frauen global gegenüberstehen.

Globale Herausforderungen und Fortschritte

Der Internationale Frauentag hat seine Wurzeln im Jahr 1909 in den USA und wurde 1975 von den Vereinten Nationen institutionalisiert. Sein Ziel ist die Bekämpfung von Gewalt, Diskriminierung und Ausbeutung sowie die Förderung der Geschlechtergleichstellung. Trotz einiger Fortschritte, wie dem Rückgang des Gender Pay Gaps in Deutschland von 18 Prozent (2022) auf 16 Prozent (2023), bleibt der Weg zur Gleichstellung lang und steinig. Laut UN Women ist die Welt für Frauen und Mädchen gleichberechtigter denn je, jedoch ist der Fortschritt „zu langsam, zu fragil und zu ungleichmäßig“.

Ein besorgniserregender Trend ist die Zunahme von Gewalt gegen Frauen. In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt. 2023 gab es 167.639 Fälle von Partnerschaftsgewalt, was einen Anstieg von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen dringend verbessert werden, um Frauen zu schützen und ihre Rechte zu wahren.

Ein Blick in die Zukunft

Der Weltfrauentag 2025 hat das Motto: „Für ALLE Frauen und Mädchen: Rechte, Gleichwertigkeit und Empowerment.“ Dieses Motto spiegelt die globalen Bemühungen wider, Frauenrechte zu stärken und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Die Herausforderungen sind jedoch vielfältig: In vielen Ländern fehlen Gesetze gegen Diskriminierung, und in einigen Regionen sind Frauenrechten grundlegende rechtliche Rahmenbedingungen verwehrt.

In Deutschland wurden die Werbeverbote für Abtreibungen abgeschafft, doch der Kampf um reproduktive Rechte bleibt bestehen. Der Gender Pay Gap ist nach wie vor ein Thema, und Frauen sind in Führungspositionen stark unterrepräsentiert, mit nur 19 Prozent der Vorstandsmitglieder in den 200 umsatzstärksten Firmen, die Frauen sind. Die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen muss weiter gefördert werden, um eine gleichberechtigte Zukunft zu gestalten.

Insgesamt zeigt der Internationale Frauentag nicht nur die Errungenschaften, sondern auch die Herausforderungen auf, mit denen Frauen konfrontiert sind. Die inspirierenden Frauen aus dem Bezirk Deutschlandsberg sind ein wichtiger Teil dieses Prozesses und setzen sich aktiv für eine gerechtere und gleichberechtigte Gesellschaft ein.