Am 10. März 2009 meldete die steirische Exekutive eine abgängige Person in Deutschlandsberg. Zur Unterstützung der Suche wurde die Flugpolizei des Bundesministeriums für Inneres (BM.I) mit dem Hubschrauber AS 350 B1 Ecureuil, OE-BXL, in die Luft geschickt. An Bord waren der 39-jährige Pilot Revierinspektor Günter Weiss sowie der 52-jährige Flight Operator Gruppeninspektor Alfred Grassmugg. Der Pilot verfügte über eine beeindruckende Erfahrung von 2.800 Flugstunden und mehr als 7.000 Starts und Landungen.
Der Hubschrauber startete um 13:19 Uhr in Richtung Deutschlandsberg. Nach 10 Minuten landete er kurz auf dem Fußballplatz in Frauental, wo Gruppeninspektor Anton Haiderer (49) zu der Besatzung stieg. Um 13:47 Uhr kam es zu einer Zwischenlandung im Waldgebiet Frauenegg, um einem Hinweis nachzugehen. Doch um 14:24 Uhr bemerkte die Besatzung ein untypisches Flugverhalten und akustische Warnsignale; das Triebwerk war ausgefallen. In einer Höhe von 200 Metern über dichtbesiedeltem Gebiet leitete der Pilot eine Autorotation ein, um einen Notlandeplatz zu erreichen. Leider streifte die vertikale Heckflosse ein Hausdach, was dazu führte, dass ein Teil des Heckauslegers abbrach. Der Hubschrauber prallte 25 Meter vom Haus entfernt auf eine Wiese.
Folgen des Absturzes
Die Tragödie forderte zwei Leben: Pilot Günter Weiss starb am selben Tag im Krankenhaus, während Gruppeninspektor Haiderer sechs Tage später verstarb. Flight Operator Grassmugg überlebte schwer verletzt. Die Unfallursache, ein unklarer Triebwerksausfall in niedriger Flughöhe, konnte nie abschließend geklärt werden. Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) benötigte für den Abschlussbericht 15 Jahre, der 2024 veröffentlicht werden soll. An der Unfallstelle erinnert ein Gedenkstein an die verstorbenen Beamten, und eine Gedenkveranstaltung 2019 wurde von hohen Repräsentanten besucht.
Mediale Falschdarstellungen über den Unfall, vor allem die Behauptung eines angeblichen „Wirtshausbesuchs“ der Besatzung, wurden durch einen internen BM.I-Unfallbericht als unzutreffend entlarvt. Es stellte sich heraus, dass die Mindestflughöhe von 300 Metern in diesem Suchflug nicht galt. Die SUB fand auch keine Sicherheit, dass der Unfall bei 300 Metern Höhe hätte verhindert werden können. Unter extremem Zeitdruck wählte der Pilot den nächstgelegenen Notlandeplatz, was die Situation zusätzlich verschärfte. Die mediale Berichterstattung über den Vorfall wurde als unethisch und falsch kritisiert.
Ein weiterer Hubschrauberabsturz in Deutschland
In einem weiteren tragischen Vorfall ist ein Bundeswehr-Hubschrauber in der Nähe von Grimma, Sachsen, in den Fluss Mulde gestürzt. Zwei Insassen verloren dabei ihr Leben, während eine Person vermisst wird. Der Helikopter gehörte zum Hubschraubergeschwader 64 aus Holzdorf (Sachsen-Anhalt/Brandenburg) und war auf einem Übungsflug. Der Absturz ereignete sich zwischen 10:00 Uhr und 10:30 Uhr, als der Hubschrauber vom Radar verschwand. Paddler informierten die Polizei gegen 11:30 Uhr über gefundene Hubschrauberteile im Wasser. Vor Ort trat große Mengen Kerosin aus, und die Bergearbeiten gestalteten sich aufgrund des schwer zugänglichen Wracks im Fluss als herausfordernd.
Über 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk sind im Einsatz, einschließlich Polizeitaucher. Eine Ölsperre wurde in der Mulde errichtet, um das auslaufende Kerosin zu kontrollieren. Zudem wurde ein militärischer Sperrbereich sowie eine Flugverbotszone an der Absturzstelle eingerichtet. Grimma, eine Kleinstadt im Landkreis Leipzig, liegt nordöstlich der Brücke der A14 über die Mulde.
Diese beiden Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen und Gefahren, mit denen Luftfahrtbehörden und -einheiten konfrontiert sind. Die Ereignisse in Deutschlandsberg und Grimma verdeutlichen die Wichtigkeit von Sicherheitsprotokollen und der ständigen Weiterbildung von Besatzungen, um tragische Unfälle zu verhindern.